Elektronische Textilstruktur für Medizinprodukte

Prof. Dr. Anne Schwarz-Pfeiffer will eine elektronische Textilstruktur zur Stimulation des Herzmuskels entwickeln. (Foto: © Africa Studio - Fotolia.com)

Den Umgang in der Medizin mit Herzinsuffizienzen verändern soll ein neues Projekt am Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik der Hochschule Niederrhein. Professorin Dr. Anne Schwarz-Pfeiffer arbeitet an der Entwicklung faserbasierter elektrochemischer Transistoren für ein textiles Gewebe. Das Ziel ist eine elektronische Textilstruktur, die gezielt den Herzmuskel stimulieren und somit ein insuffizientes Herz unterstützen kann.

Für das Projekt hat die Wissenschaftlerin nun den Zuschlag von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bekommen, im Rahmen der Projektakademie Medizintechnik das Thema „Filamentbasierte Transistorenmatrix für medizinische Hybridsysteme“ anzugehen. Dafür erhält sie Drittmittel in Höhe von 23.400 Euro für zwölf Monate.  Ziel der Mönchengladbacher Professorin ist es, faserbasierte elektrochemische Transistoren zu entwickeln. Dazu werden elektrisch-leitfähige Fäden mit einem leitfähigen Polymer beschichtet und in Kett- und Schussrichtung, das heißt kreuzend, in einem textilen Gewebe verarbeitet. Auf ihrem Kreuzungspunkt werden Halbleitermaterialien punktförmig aufgetragen, so dass ein elektrochemischer Transistor und somit ein Transistorknoten entsteht. So können von außen steuerbare Schaltvorgänge ausgelöst werden.

Diese Entwicklung soll die Grundlage für eine zukünftige Anwendung in textilen Medizinprodukten bilden. So könnte eine elektronische Textilstruktur den Herzmuskel gezielt an gewünschten Stellen und in bestimmten Zeitabständen elektrisch stimulieren. Auf diese Weise könnte dann ein insuffizientes Herz unterstützt werden.