Bessere Kommunikation für Medizingeräte im OP

Das jetzt vorgestellte System soll die Arbeit von Operateuren deutlich erleichtern (Foto: © Kzenon - Fotolia.com).

Im vernetzten Operationssaal können nun Medizingeräte unterschiedlichster Art und Hersteller in Echtzeit miteinander, mit dem Operateur und mit der IT-Infrastruktur der Krankenhäuser kommunizieren. Ermöglicht wird das durch ein neues System, das im Rahmen des Projekts „OR.NET“ entwickelt worden ist.

In „OR.NET“ haben in den vergangenen vier Jahren mehr als 80 Partner an Systemen für den vernetzten Operationssaal zusammengearbeitet – die meisten davon sind kleine und mittelständische Unternehmen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat das Projekt mit 15 Millionen Euro gefördert. Das innerhalb dieses Projektes entwickelte neue System schafft Schnittstellen für den Datenaustausch zwischen unterschiedlichen Medizingeräten. Dadurch stehen die gebündelten Informationen über den Gesundheitszustand des Patienten dem Arzt in Echtzeit während der Operation visualisiert zur Verfügung. „Gerade bei komplizierten Operationen ist es wichtig, dass Ärzte sehr schnell sehr genau arbeiten und sich voll auf den Patienten konzentrieren können. Dafür müssen alle notwendigen Informationen auf einen Blick und unmittelbar am OP-Tisch verfügbar sein. Das haben wir jetzt erreicht und ich erhoffe mir dadurch eine noch bessere medizinische Versorgung“, sagt Bundesforschungsministerin Johanna Wanka.

So können beispielsweise bei einer Operation dem Arzt bereits vorhandene Röntgenbilder direkt zur Verfügung gestellt werden. Auch aktuelle Gesundheitsdaten und Vitalparameter lassen sich nun an einer Arbeitsstation wie beispielsweise dem OP-Mikroskop zusammenführen und bleiben somit stets im Blickfeld des Chirurgen. Von der Entwicklung profitieren neben den im Projekt engagierten Medizintechnik-Unternehmen vor allem Kliniken. Sie sind künftig nicht mehr auf die Installation kompletter Gesamtlösungen einzelner großer Hersteller angewiesen, sondern können flexibel die Geräte unterschiedlichster Hersteller integrieren. Die Bundesforschungsministerin ist überzeugt: „Unsere Forschung trägt auch dazu bei, die Gesundheitskosten zu reduzieren.“