Algorithmus erkennt Herz-Kreislauf-Erkrankungen mittels Augenfoto

Nahaufnahme des Auges einer Frau
Menschliches Auge: Anfälligkeit einer Person für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung wird schnell erkannt (Foto: © morganka -fotolia.com)

Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann Früherkennung Leben retten. Google hat einen Algorithmus entwickelt, der Risiken anhand eines Augenfotos bestimmt und einordnet. Erste Tests waren bereits erfolgreich.

Die Anfälligkeit für Bluthochdruck, Herzinfarkte, Schlaganfälle und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen soll ein neuer Google-Algorithmus vorhersagen. Er analysiert unterschiedliche Faktoren und ermöglicht auch ohne Bluttest erste Diagnosen. Die bisher durchgeführten Tests waren erstaunlich präzise.

Der von Google neu entwickelte Deep-Learning-Algorithmus wurde bereits mit über 280.000 Patientendaten trainiert. An den Fotos der Netzhaut erkennt dieser vor allem unterschiedliche Risikofaktoren einer Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Systolischer Blutdruck wird erkannt

Auch Ärzte können üblicherweise anhand von Fotos der Netzhaut erkennen, ob eine Person Bluthochdruck hat oder nicht. Der Google-Algorithmus geht noch einen Schritt weiter und kann auch den systolischen Blutdruck auf elf mmHg genau erkennen.

Algorithmus kombiniert Faktoren

Anhand einer Kombination aller Faktoren sagt der Algorithmus vorher, wie anfällig eine Person für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung ist. In einem Test mit alten Bildern von Patienten, von denen einer später erkrankt ist und einer nicht, konnte der Algorithmus in 70 Prozent der Fälle den auswählen, der erkrankt ist.

Spannend ist außerdem, dass Google seinen Algorithmus so entwickelt hat, dass transparent nachvollziehbar ist, warum er sich wie entschieden hat. Dafür wurde eine Art Heatmap erstellt, die zeigt, welche Pixel für welche Faktoren ausschlaggebend waren. In Zukunft will Google seinen Algorithmus mit mehr Patientendaten testen, um die Genauigkeit zu erhöhen

Die Abkürzung „mmHG“ steht für „Millimeter Quecksilbersäule“. Die Bezeichnung stammt aus der Zeit, als Blutdruck noch mit Geräten ermittelt wurde, bei denen tatsächlich die Höhe von Quecksilber – in eine senkrechte Säule gefüllt – als Referenz für den Blutdruck zum Einsatz kam. Aktuelle Geräte messen anders. Die Abkürzung „mmHG“ ist jedoch immer noch üblich.