Ethikgremium Smart Hospital berufen

Die Universitätsmedizin Essen hat ein Ethikgremium zum Thema Smart Hospital ins Leben gerufen. (Foto: Rostislav Sedlacek - Fotolia.com)

Die Universitätsmedizin Essen hat jetzt die „Ethik-Ellipse Smart Hospital“ berufen. Es soll den kritischen Dialog rund um das Thema fördern. Der Startschuss für das Ethikgremium fiel beim 2. ETIM-Kongress „Artificial intelligence and robotics – Emerging technologies in medicine“ der Universitätsmedizin Essen und der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg/Essen. Dort wurde in Vorträgen, mit Stellungnahmen und in einer regen Diskussion das Thema „Smart Hospital und Ethik“ aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet.

„Eine kritische ethische Reflexion der Dimensionen des Themenfeldes „Smart Hospital“ ist wesentlich“, sagt Prof. Dr. Jochen A. Werner, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender der Universitätsmedizin Essen. Mit verschiedenen Perspektiven aus Wissenschaft und klinischer, aber auch industrieller Praxis werden Vorschläge, Empfehlungen und Impulse erarbeitet. Sie sollen dann die Realisierung des Smart Hospitals begleiten und unterstützen. „Mit dieser Zusammenarbeit soll eine stabile Entwicklung von Medizin, Ökonomie und Ethik sichergestellt sein, die zu allererst einem Ziel folgt: Die Bedürfnisse der Patienten bestmöglich zu erfüllen“, so Prof. Werner.

Der neuen und ersten „Ethik-Ellipse Smart Hospital“ gehören neben Nicolai Andersen, Innovation Leader bei Deloitte und Leiter der Arbeitsgruppe Digitale Ethik bei der Initiative D21, Astrid Aupperle, Head of CSR Microsoft Deutschland, Prof. Dr. Thomas Beschorner, Ordinarius und Direktor des Instituts für Wirtschaftsethik der Universität St. Gallen (Schweiz), Prof. Dr. Stefan Heinemann, Experte für Smart Hospital Universitätsmedizin Essen und Wirtschaftsethiker der FOM Hochschule und Lucas Josten, Vice President Digital Health T-Systems International an. Außerdem mit dabei sind Prof. Dr. Ralf Miggelbrink, Inhaber des Lehrstuhls für Systematische Theologie der Universität Duisburg-Essen, Rebecca Rühle, stellvertretende Vorsitzende des Vorstands von „sneep“ (Studentisches Netzwerk für Wirtschafts- und Unternehmensethik) sowie Prof. Dr. Ulrike Schara, Vorsitzende der Ethik-Kommission der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen und Stellvertretende Direktorin der Kinderklinik 1 des Universitätsklinikums Essen.

Kritische Reflexion auf dem Weg zum Smart Hospital

„Der Weg zum Smart Hospital bedeutet neben digitaler Spitzenmedizin auch mehr Hospitality, Gastfreundschaft, Wohlfühlen, Vertrauen und Wärme für die Patienten. Der Weg wird nur dann erfolgreich sein, wenn dieses breite Themenfeld in seinen ethischen Dimensionen kritisch reflektiert wird“, sagt Prof. Dr. Stefan Heinemann, Sprecher des neuen Ethikgremiums.

Was kann sich verantwortlich und in realen auch ökonomisch realisierbaren Kontexten medizinischer Versorgung widerspiegeln? Welche ethischen Aspekte sind bei digitalen Pflegelösungen zu beachten? Welche moralischen Risiken bringt die digitale Transformation in der Medizin? Diesen und weiteren Fragen sollen sich die Experten stellen sowie Vorschläge, Empfehlungen und Impulse für die Akteure der Universitätsmedizin Essen erarbeiten. Dabei kooperiert die neue ehrenamtliche „Ethik-Ellipse Smart Hospital“ eng mit dem Klinischen Ethik-Komitee des Universitätsklinikums Essen und der Ethik-Kommission der medizinischen Fakultät der Universität Duisburg/Essen.