Aktionsbündnis fordert bessere Klinik-Sicherheit

Medikamente in Arztpraxis oder Klinik
Lösungen erarbeiten, Angstkultur vermeiden: Fehler bei der Vergabe von Medikamenten kommen im Gesundheitsbereich häufig vor. (Foto: Davizro Photography/fotolia.com)

Eine hohe Patientensicherheit im Gesundheitswesen braucht das Engagement jedes Einzelnen – vom Pfleger über die Stationsleitung bis hin zum Chefarzt. Das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS) hat deshalb seine 14. Jahrestagung in Berlin am 9. und 10. Mai 2019 unter das Motto „Sicherheitskultur auf allen Ebenen“ gestellt.

„Mit dem Motto ‚Sicherheitskultur auf allen Ebenen‘ machen wir einen weiteren und wichtigen Schritt – hin zu mehr Patientensicherheit. Wir wollen, dass sich alle Akteure im Gesundheitswesen zukünftig mehr Gedanken um eine sichere Patientenversorgung in den Einrichtungen machen“, sagt die APS-Vorsitzende Hedwig François-Kettner.

Die Digitalisierung nutzen

Anhand vorbildlicher Projekte und erfolgreicher Methoden zeigt das APS auf seiner diesjährigen Jahrestagung, wie in Krankenhäusern und ambulanten Praxen mehr Patientensicherheit erreicht werden kann – etwa durch erfolgreiche Aktionen aus den Bereichen Digitalisierung und Arzneimitteltherapiesicherheit. „Wichtig dabei ist es, dass Akteure im Gesundheitswesen unerwünschte Ereignisse – wie etwa Fehler bei der Vergabe von Medikamenten – offen ansprechen und miteinander diskutieren. Anschließend sollten diese in speziellen Reporting-Systemen festgehalten und gemeldet werden“, so François-Kettner. Nur so könne wirklich effektiv aus Fehlern gelernt werden.

Fehler angstfrei kommunizieren

Doch wie können Fehler im Gesundheitswesen ohne Angst kommuniziert werden? Dafür ist nach Ansicht des Aktionsbündnis Patientensicherheit das Prinzip „Nicht Schuldige, sondern Lösungen suchen“ notwendig. Dieses sollte der Grundsatz für konsequente Verbesserungen sein. „Sicherheitskultur gelingt dann, wenn alle Beteiligten besser verstehen, dass der Leitgedanke ‘ohne Angst vor Strafe‘ sowie die lückenlose Aufarbeitung aller unerwünschten Ereignisse ganz selbstverständlich zum Alltag mit dazu gehört“, betont die APS-Vorsitzende. Die Zusammenarbeit im Team, sein Selbstverständnis und eine Wachsamkeit bei allen Interaktionen seien dabei bedeutsam.

Damit eine höhere Sicherheit in Gesundheitseinrichtungen besser gelingen kann, sind nach Ansicht des APS zudem speziell Beauftragte für Patientensicherheit in Gesundheitseinrichtungen notwendig. Sie sollen die Patientenversorgung verstärkt im Blick haben – etwa das Medikationsmanagement. „Wir benötigen professionelle und qualifizierte Personen, die sich besonders gezielt um die sichere Versorgung von Patienten kümmern“, sagt APS-Generalsekretär Hardy Müller. Diese Forderung wird auch im vom APS herausgegebenen Weißbuch Patientensicherheit begründet. Strukturen, in denen sich Personen freiwillig engagieren, seien bereits erfolgreich geschaffen worden. Nun ist es aus Sicht des APS zentral, bundesweit mehr Verbindlichkeit zu schaffen – etwa indem Beauftragte für Patientensicherheit standarisiert in Gesundheitseinrichtungen eingesetzt werden.

Programm der APS-Jahrestagung 2019