Telemedizin-Tag zeigt digitale Zukunft

Bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml
Schirmherrin des 7. BTT war die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (Foto: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege)

Auf dem diesjährigen Bayerischen Tag der Telemedizin (BTT) wurde deutlich, dass viele digitale Gesundheitslösungen bereits in der Gegenwart angekommen sind.

Mit mehreren hundert Besuchern und rund 70 Referenten stieß der Bayerische Tag der Telemedizin (BTT) erneut auf breites Interesse. Die siebte Auflage des Kongresses stand unter dem Motto „Digitale Gesundheit und Pflege – die Zukunft ist jetzt!“. In den zahlreichen Foren, Workshops und Ausstellungsbereichen konnten sich die Teilnehmer im „MTC – world of fashion“ in München ein aktuelles Bild davon machen, wie sehr sich die Bereiche Gesundheit und Pflege durch die digitale Transformation bereits verändert haben. Deutlich wurde darüber hinaus auch, was sich noch weiter verändern wird. 

Die Veranstaltung machte deutlich, dass es trotz einiger Erfolge noch weiterer Anstrengungen und digitaler Innovationen bedarf, damit Deutschland den Bürgern auch künftig ein leistungsfähiges und finanzierbares Gesundheits- und Pflegewesen zur Verfügung stellen kann. Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml als Schirmherrin unterstrich in ihrer Grußbotschaft: „Die digitale Zukunft ist längst unsere Gegenwart. Es gibt aber noch viel zu tun“, und forderte dazu auf, die Zukunft gemeinsam zu gestalten – und zwar jetzt.

Innovationspreis-Verleihung

Kernbestandteil des BTT ist seit 2015 die Verleihung des Bayerischen Innovationspreises Gesundheitstelematik (BIG). Mit diesem werden besonders herausragende Projekte und Versorgungslösungen aus den Bereichen digitale Gesundheit und Pflege ausgezeichnet. Bei rund 60 eingereichten Bewerbungen fiel der unabhängigen Expertenjury die Entscheidung nicht leicht.

Den ersten Platz erreichte das Projekt „deepc“. Hierbei geht es um die die Entwicklung eines Diagnostic Decision Support Systems mit künstlicher Intelligenz, das pathologisches Gewebe automatisiert erkennt und dringende Fälle priorisiert. Mit dem zweiten Platz wurde der „Mobile Kommunikationsassistent (MobiKA)“ gewürdigt. Bei diesem handelt es sich um einen mobilen, multifunktionalen Roboter zur informatorischen Unterstützung älterer und pflegebedürftiger Personen im Alltag. Auf den dritten Platz schaffte es die Innovation mit der Bezeichnung „Pathologie 4.0“. Dahinter steht der Ansatz, Pathologielabore zu digitalisieren und zu vernetzen, wodurch die Sicherheit und Zuverlässigkeit von Krebsdiagnosen erhöht wird, und gleichzeitig die Effizienz und Rentabilität von Laboren gesteigert werden kann.

Start-up Live Pitch

Wie die Gestaltung der digitalen Zukunft aussehen kann, wurde auch im Rahmen eines Start-up Live Pitches ersichtlich. Hier konnten die Kongressbesucher mittels eines Online-Voting-Systems über die ihnen von jungen Unternehmen vorgestellten Ideen zur Weiterentwicklung einer digitalen und damit innovativen Gesundheits- und Pflegeversorgung abstimmen.

Am Ende des Kongresstages resümierte der Geschäftsführer der Bayerischen Telemedallianz Professor. Dr. med. Siegfried Jedamzik zufrieden: „Ich freue mich sehr darüber, dass durch die vielen informativen Vorträge, konstruktiven Diskussionen und anregenden Gespräche der Bayerische Tag der Telemedizin wieder wichtige Impulse zur Digitalisierung des Gesundheits- und Pflegewesens und damit zur Verbesserung der Patientenversorgung setzen konnte.“ Er fügte hinzu: „Allein schon die positiven Rückmeldungen, die wir heute erhalten haben, sind Grund genug, auch im kommenden Jahr wieder einen Bayerischen Tag der Telemedizin durchzuführen, und das Veranstaltungsformat kontinuierlich weiterzuentwickeln.“

Seit seiner ersten Auflage im Jahr 2013 hat sich der Bayerische Tag der Telemedizin (BTT) zum größten Fachkongress für E-Health und Gesundheitstelematik im süddeutschen Raum entwickelt. Veranstaltet wird er gemeinsam von der Bayerischen Telemedallianz (BTA) und dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege.