Telekom-Lösung für Telematikinfrastruktur

Telekom-Produkte für die Telematikinfrastruktur
Die Deutsche Telekom verkauft ab sofort die notwendige Technik für den Anschluss von Arztpraxen an das bundesweite Gesundheitsnetz (Foto: Deutsche Telekom AG)

Ein Starter-Paket für das bundesweite Gesundheitsnetz bietet ab sofort auch die Deutsche Telekom an. Das Angebot trägt den Namen „Medical Access Port-Bundle“. Eine Praxisgemeinschaft in Ingolstadt nahm den deutschlandweit ersten Konnektor der Telekom jetzt in Betrieb.

Die Telekom positioniert sich mit ihrem neuen Angebot als Komplettanbieter im Gesundheitsmarkt. Die jetzt angebotene Technik hat zuvor erfolgreich die Prüfung durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) durchlaufen und die Zulassung der Gematik -Gesellschaft für Telematikanwendungen im Gesundheitswesen erhalten. Offenbar ist das Interesse seitens der Ärzteschaft groß: Vor Verkaufsstart des Paket-Angebotes haben sich bereits mehr als 20.000 Interessenten bei der Telekom und ihren Vertriebspartnern gemeldet.

Das Starter-Paket für die Telematikinfrastruktur besteht aus dem Konnektor „Medical Access Port“, einem wahlweise stationären Kartenterminal oder einem Kartenterminal mit Tastatur, dem Anschluss der Praxis zum Gesundheitsnetz sowie Serviceleistungen. Bei den Kartenlesegeräten handelt es sich um das „Orga 6141 online“ von Ingenico oder die Tastatur „G87-1505“ mit integriertem Leser von Cherry. Kartenleser sowie Medical Access Port sind von vorn herein mit den nötigen Sicherheitskarten ausgestattet. Die Chipkarten identifizieren die angeschlossenen Geräte im Gesundheitsnetz. Ohne diese Karten verbinden sich die Geräte nicht.

Kundenservice mit eigener Ärzte-Hotline

Das Starterpaket kostet aktuell einmalig 2.881,99 Euro brutto. Enthalten sind die Lieferung der Hardware in die Praxis, deren Installation und Konfiguration vor Ort sowie eine Einweisung. Hinzu kommen derzeit monatliche Kosten von 82,67 Euro brutto. Darin enthalten sind der sichere Anschluss zum Gesundheitsnetz, die Wartung des Konnektors sowie ein spezieller Kundenservice mit eigener Ärzte-Hotline. Elektronischer Praxisausweis notwendig

Zusätzlich zum „Medical Access Port-Bundle“ benötigen Ärzte den elektronischen Praxisausweis (SMC-B-Karte). Diese Karte müssen Ärzte spätestens zum Anschlusstermin haben, da ohne die Karte keine Installation möglich ist. Der Ausweis identifiziert und registriert die Praxis im Gesundheitsnetz. Alle kassenärztlichen sowie kassenzahnärztlichen Vereinigungen Deutschlands haben den Praxisausweis der Telekom für das Gesundheitsnetz zugelassen.

Künftig elektronisch unterschreiben

Ebenfalls über die Telekom bestellbar ist künftig auch der elektronische Heilberufsausweis (eHBA). Er wird für das digitale Unterschreiben von Dokumenten mittels qualifizierter elektronischen Signatur (QES) benötigt. Hinzubestellen lassen sich auch zusätzliche stationäre Kartenterminals oder -tastaturen sowie ein mobiles Kartenlesegerät.

Digitale Arzt-Unterschrift (QES) folgt

Der Medical Access Port unterstützt das Versicherten-Stammdatenmanagement (VSDM). Damit werden die Versicherten-Stammdaten auf der elektronischen Gesundheitskarte ausgelesen und bei Bedarf online aktualisiert. Um die Aktualität der Versicherten-Stammdaten zu prüfen, kommuniziert die Anwendung VSDM über den Medical Access Port und eine sichere verschlüsselte Verbindung mit dem jeweiligen Kostenträger des Versicherten. Nötige Aktualisierungen werden dabei direkt auf die Karte geschrieben. Bislang bekam ein Versicherter bei Änderung seiner Versicherten-Stammdaten stets eine neue Plastikkarte. Die Kosten für neue Karten und Versand können die Krankenkassen nun sparen.

Künftig wird der Medical Access Port auch die Qualifizierte Elektronische Signatur (QES) ermöglichen. Mit dieser kann der Arzt rechtssicher elektronisch Dokumente unterschreiben, etwa elektronische Arztbriefe, die von Arzt zu Arzt gesendet werden. Weitere Anwendungen für die Telematikinfrastruktur sollen folgen, etwa das Notfalldaten-Management (NFDM) und der elektronische Medikationsplan (eMP) als eine Anwendung zur Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS).

In der hausärztlichen Praxisgemeinschaft Ingolstadt Jedamzik – Barany -Tapli ist der deutschlandweit erste Konnektor der Telekom in Betrieb gegangen. Im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz von Telekom, Praxisgemeinschaft Ingolstadt und Bayerischer TelemedAllianz (BTA) wurde der Einsatz im laufenden Praxisbetrieb vorgestellt. Dabei wurde deutlich, welche Möglichkeiten und Perspektiven sich mit diesem für die medizinische Versorgung ergeben. Professor Dr. med. Siegfried Jedamzik, Inhaber der Praxisgemeinschaft Ingolstadt und Geschäftsführer der Bayerischen TelemedAllianz, begrüßt die Inbetriebnahme: „Mit der Einführung des Telekom-Konnektors macht die Etablierung der TI einen weiteren Schritt nach vorne. Ich freue mich, dass der erste Konnektor der Telekom in Deutschland in meiner Praxis an den Start gegangen ist, und von dort aus der deutschlandweite Rollout in tausende von Arztpraxen quasi beginnt.“