Sachweh in Datenethikkommission berufen

Dr. Sabine Sachweh ist in die Datenethikkommission der Bundesregierung berufen worden. Die Professorin für Angewandte Softwaretechnik an der Fachhochschule Dortmund wird hier mit 15 weiteren Experten ethische Leitlinien für den Schutz des Einzelnen im Informationszeitalter entwickeln.

Es besteht Handlungsbedarf: Die Digitalisierung verändert unsere Gesellschaft grundlegend. Der Einsatz neuer datenbasierter Technologien birgt große Potenziale. Gleichzeitig stellen sich auch zahlreiche ethische und rechtliche Fragen, in deren Mittelpunkt die Auswirkungen stehen. Für diese gilt es, Leitlinien zu entwickeln, damit der digitale Wandel das Wohl der gesamten Gesellschaft befördert.

Wie umgehen mit Algorithmen und künstlicher Intelligenz?

Angesichts dieser Herausforderungen soll die neu eingerichtete Datenethikkommission auf der Basis wissenschaftlicher und technischer Expertise innerhalb eines Jahres einen Entwicklungsrahmen für Datenpolitik, den Umgang mit Algorithmen, künstlicher Intelligenz und digitalen Innovationen erarbeiten. Bis zum Sommer 2019 sollen die Kommissionsmitglieder der Bundesregierung unter Federführung des Bundesinnenministeriums und des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) entsprechende Handlungsempfehlungen erarbeiten.

„Bei allen Chancen, die die Digitalisierung für die Arbeits- und Lebenswelten eröffnet, ist es wichtig, dass der Fokus auf den Menschen und der Stärkung ihrer digitalen Souveränität liegt. Dazu bedarf es geeigneter Rahmenbedingungen – technischer, ethischer, rechtlicher oder gesellschaftswissenschaftlicher Art. Ich freue mich daher sehr, dass ich durch die Mitwirkung in der Datenethikkommission die Chance erhalte, diese Rahmenbedingungen mitgestalten zu dürfen“, sagt Sachweh.

Langjährige Digitalisierungs-Expertin

Für ihre Aufgabe in der Datenethikkommission ist Sachweh durch ihr Expertenwissen in der Softwaretechnik ebenso wie durch beteiligungsorientiert durchgeführte Forschungsprojekte qualifiziert. Seit 2006 ist sie Professorin für Softwaretechnik und leitet die Studiengänge „Software- und Systemtechnik“ und „Digital Transformation“. In dem 2016 gegründeten Institut für die Digitalisierung von Arbeits- und Lebenswelten (IDiAL) der FH Dortmund ist sie Gründungs- und Vorstandsmitglied sowie Sprecherin.

Darüber hinaus ist die Professorin Mitglied des 2018 gegründeten Fachbeirats „Digitalisierung und Bildung für ältere Menschen“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und forscht in zahlreichen angewandten Projekten. Ein Beispiel ist das von ihr geleitete BMBF-Forschungsprojekt „QuartiersNETZ“, das mit digitalen Technologien und unter stetiger Mitwirkung der Generation 50+ reale und digitale Strukturen aufbaut, damit Menschen im Alter lange in ihren eigenen vier Wänden leben können.

Ihr Lehr- und Forschungsspektrum umfasst neben der Digitalisierung insbesondere beteiligungsorientierte Entwicklungsprozesse, Datenschutz und Digitale Souveränität. Im Transfer berät sie Unternehmen und Kommunen der Region im Bereich der digitalen Transformation.

Start im September

Am 5. September 2018 werden Bundesinnenminister Horst Seehofer und Bundesjustizministerin Dr. Katharina Barley die Mitglieder der Datenethikkommission zur Auftaktveranstaltung begrüßen.

Die Bundesregierung hat am 18. Juli 2018 diese VordenkerInnen aus Wissenschaft und Praxis in die Datenethikkommission berufen:

  • Johanna Haberer
  • Marit Hansen
  • Dirk Heckmann
  • Dieter Kempf
  • Mario Martini
  • Klaus Müller
  • Paul Nemitz
  • Sabine Sachweh
  • Christin Schäfer
  • Rolf Schwartmann
  • Judith Simon
  • Andrea Voßhoff
  • Wolfgang Wahlster
  • Christiane Wendehorst (Co-Sprecherin)
  • Thomas Wischmeyer
  • Christiane Woopen (Co-Sprecherin)