Neues Positionspapier zu elektronischen Patientenakten

Auch ethische Aspekte gilt es bei der Nutzung elektronischer Patientenakten zu beachten. (Foto: Robert Kneschke - Fotolia.com)

Ein Positionspapier zu ethischen Aspekten bei der Nutzung elektronischer Patientenakten hat das ZTG Fachforum Telematik jetzt veröffentlicht. Die darin aufgestellten Thesen sollen eine zielgerichtete Debatte rund um die Realisierung einer einrichtungsübergreifenden elektronischen Patientenakte helfen.

„Die gegenwärtige Diskussion pendelt zwischen den Extremen einer übertriebenen Technikeuphorie auf der einen Seite und massiven Ängsten um die Datensouveränität auf der anderen Seite“, so die Verfasser des Positionspapiers. Vor allem angesichts immer wieder auftretender krimineller Angriffe auf IT-Infrastrukturen sollen die Thesen daher dazu dienen, Risiken in diesem Anwendungsfeld realistisch zu vergegenwärtigen und dem erzielbaren Nutzen gegenüberzustellen. 

Patientensouveränität

Voraussetzung der ärztlichen Nutzung von elektronischen Patientenakten (eEPA) ist demnach die Datenhoheit und Mitbestimmung des Patienten. Eine Beeinträchtigung der Patientensouveränität und der informationellen Selbstbestimmung kann nach Einschätzung der Verfasser dank moderner Verschlüsselungsverfahren nach Stand der Erkenntnisse wirksam verhindert werden. Die bestmögliche Sicherheit werde innerhalb der Telematikinfrastruktur durch eine Kombination anerkannter Verfahren aus symmetrischer und asymmetrischer Verschlüsselung erreicht, heißt es.

Datenqualität

Darüber hinaus beschäftigt sich das Positionspapier sich mit der Datenqualität der eEPA. Demnach bestehen wirksame Strategien, die Datenqualität einer eEPA unter anderem durch Datensparsamkeit und weitere Maßnahmen (u. a. bedarfsorientierte Festlegung von Inhalten und ihrer Bedeutung) sicherzustellen. Das reduziert das Risiko einer Beeinträchtigung der informationellen Selbstbestimmung zusätzlich.

Risiken und Nutzen abwägen

Durch die mangelnde Verfügbarkeit von Vorbefunden und bestehenden Diagnosen können sich vor allem im Notfall vitale Risiken für Patientinnen und Patienten dadurch ergeben, dass invasive Diagnoseverfahren erneut durchgeführt werden müssen oder Daten gar nicht beziehungsweise verspätet bekannt werden. Diese vitalen Risiken für Leib und Leben sind mit dem theoretisch gegebenen Risiko des Datenmissbrauchs abzuwägen, so die Verfasser des Positionspapiers.

Steigerung der medizinischen Qualität

Durch die eEPA steigt die medizinische Qualität. Gleichzeitig unterstützt sie insbesondere den verantwortlichen Ressourceneinsatz in der modernen Gesundheitsversorgung. Durch sie wird der Ressourceneinsatz stärker von Prozessen der Datenbeschaffung und Diagnosestellung auf den eigentlich wertgebenden Prozess der Therapie gelenkt, heißt es.