Noch Vorbehalte gegen Online-Medizin

Medizinerin tippt auf im Raum schwebenden Schriftzug "Health"
Fresenius-Projektarbeit: Insbesondere ältere Menschen stehen der Online-Medizin kritisch gegenüber. (Foto: © gustavofrazao/fotolia.com)

In einer Projektarbeit der Hochschule Fresenius haben sich Studierende mit der Frage auseinander gesetzt, ob Online-Medizin ein zukunftsweisendes Modell zur Vermeidung überfüllter Wartezimmer ist. Dazu wurden Ärzte und Patienten befragt.

Die Studierenden der Hochschule Fresenius in München haben im Rahmen einer Projektarbeit mittels eines eigens konzipierten Fragebogens insgesamt 65 Patienten und 19 Ärzte persönlich oder per Telefon befragt. Die Kernfrage war, ob für die Befragten ein Online-Arztbesuch überhaupt in Frage käme.

Die Ergebnisse zeigen: „Junge Menschen sind der Online-Medizin gegenüber sehr aufgeschlossen, allerdings sind diese Personen eben auch weniger von Krankheiten betroffen und gehen daher statistisch seltener zum Arzt. Ältere Personen dagegen, die in der Regel häufiger krank sind und dazu aufgrund ihrer größeren Immobilität am meisten von der Online-Medizin profitieren würden, fehlt oftmals noch die Affinität zur Technik“, fasst der auf vertragsärztliche Versorgung spezialisierte Rechtsanwalt Benjamin Ruhlmann, Projektleiter und Dozent an der Hochschule Fresenius München, zusammen.

Vorbehalte auch bei Heilberufen

Hinzu kommt, dass auch auf Ärzteseite immer noch Vorbehalte gegenüber der Online-Medizin bestehen: Von den befragten Ärzten geben 18 von 19 an, dass eine Online-Sprechstunde nicht gleich effektiv wirke wie eine konventionelle Behandlung in der Praxis. Das Ergebnis der Untersuchung zeigt: Gegenüber der Online-Medizin gibt es auf beiden Seiten immer noch Vorbehalte. Die Online-Medizin hat in Deutschland folglich noch zahlreiche Hürden vor sich.

An der Projektarbeit zur Online-Medizin beteiligten sich Studierende der Studiengänge Wirtschaftspsychologie, Betriebswirtschaftslehre und „Management und Ökonomie im Gesundheitswesen“. Marlene Bronold, Chantal Loreto, Tanja Ostermeier, Pia Otto und David Radakovic, allesamt Studierende der Hochschule Fresenius München, haben die Projektstudie unter der Leitung von Rechtsanwalt Benjamin Ruhlmann durchgeführt.