Rauchen fördert Diabetes und Folgeerkrankungen

Junge Raucherin
Junge Raucherin: Hierzulande rauchen laut der „Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland“ circa 30 Prozent der Erwachsenen, das entspricht ungefähr 20 Millionen Menschen. (Foto: © pixelrain/fotolia.com)

Anlässlich des Weltnichtrauchertags am 31. Mai 2017 macht diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe auf den Zusammenhang von Rauchen und Diabetes aufmerksam. Durch den Zigarettenkonsum steigt nicht nur das Risiko für Krebs und Herzkreislauf-Erkrankungen, sondern auch die Wahrscheinlichkeit, an Diabetes zu erkranken. Umgekehrt ist Rauchen für Menschen mit bereits bestehendem Diabetes noch gefährlicher, da ihr Herzkreislaufsystem durch die vielen Giftstoffe der Zigarette zusätzlich belastet wird.

Diabetiker besonders gefährdet

Greifen Menschen mit Diabetes Typ 1 oder Typ 2 zum Glimmstängel, steigt bei ihnen die Gefahr für Folgeerkrankungen. „Da bei ihnen häufig der Blutzuckerspiegel erhöht ist, haben sie von vornherein ein größeres Risiko für Gefäßerkrankungen als Gesunde. Zigarettenkonsum steigert dies noch“, erklärt Dr. Jens Kröger, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe und niedergelassener Diabetologe aus Hamburg-Bergedorf. Rauchen fördert bei Menschen mit Diabetes Erkrankungen wie Herzinfarkt, Raucherbein, Schlaganfall und Durchblutungsstörungen in Auge und Niere.

Insulinresistenz wird begünstigt

Darüber hinaus haben bislang stoffwechselgesunde Raucher ein doppelt so hohes Risiko, einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln wie Nichtraucher. Laut Studien sind vor allem Männer ab dem 40. Lebensjahr besonders stark betroffen. Es gibt Hinweise darauf, dass Rauchen die Empfindlichkeit der Körperzellen gegenüber Insulin senkt und somit die Insulinresistenz begünstigt. Auch Passivrauchen ist schädlich: Bei jungen Menschen fördert es die Entstehung des metabolischen Syndroms und einer Glukoseintoleranz.

Einer Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums zufolge lohnt sich ein Rauchstopp immer, egal in welchem Lebensalter. Selbst wer erst mit über 60 Jahren aufhört zu rauchen, senkt sein Risiko innerhalb weniger Jahre erheblich. Wer mit dem Tabakkonsum aufhören möchte, findet professionelle Hilfe in Raucherentwöhnungskursen. Unter anderem Arztpraxen, Volkshochschulen oder Krankenkassen bieten diese an.

Der Weltnichtrauchertag wurde am 31. Mai 1987 von der Weltgesundheitsorganisation WHO ins Leben gerufen. In diesem Jahr steht er unter dem Motto „Rauchen – eine Bedrohung für die menschliche Entwicklung“.