Künstliche Intelligenz wertet Arzt-Diagnosen auf

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek
Bundesforschungsministerin Anja Karliczek bei ihrer Eröffnungsrede zum Auftakt des Wissenschaftsjahres 2019 – Künstliche Intelligenz. (Foto: © BMBF/Hans-Joachim Rickel)

Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung befürwortet den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Medizin. Laut einer repräsentativen Umfrage würden über 50 Prozent KI-gestützten Arzt-Diagnosen in etwa gleich oder sogar mehr vertrauen als rein ärztlichen Diagnosen.

67 Prozent der deutschen Bevölkerung befürworten den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) in der Medizin, beispielsweise im Bereich der Diagnostik. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des „Wissenschaftsjahres 2019 – Künstliche Intelligenz“. „Die Bürgerinnen und Bürger sehen die Chancen von KI in der Medizin. Das bestärkt uns darin, KI im Gesundheitsbereich gezielt zu fördern und ihre Entwicklung damit weiter voranzutreiben“, sagt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek.

Trotz der hohen Befürwortung von KI in der Medizin sehen die Bürger in Deutschland die Frage nach dem Vertrauen in KI-gestützte Diagnosen differenziert. Rund 23 Prozent sagen, dass sie einer ärztlichen Diagnose „eindeutig mehr“ oder „eher mehr“ vertrauen würden, wenn diese auf Unterstützung einer KI zurückgreift. 35 Prozent sind der Meinung, dass ihr Vertrauen nicht beeinflusst wird.

Gesundheitsdaten anonymisiert auswerten

Bei der Bereitstellung von anonymisierten Gesundheitsdaten, die für einen effektiven KI-Einsatz in der Medizin notwendig sind, zeigen sich die Deutschen zwiegespalten: So spricht sich zwar eine Mehrheit von 57 Prozent grundlegend dafür aus, Gesundheitsdaten anonymisiert bereitzustellen, wenn diese KI-Diagnosen verbessern. Über 30 Prozent verneinen jedoch diese Bereitschaft. „KI-gestützte Diagnosen eröffnen neue Möglichkeiten. Sie erfordern jedoch Vertrauen in die Technologie. Das müssen wir stärken. Aufklärung über intelligente medizinische Systeme und die gesellschaftliche Diskussion darüber sind wichtige Schritte in diese Richtung“, so Karliczek. Mit dem Wissenschaftsjahr 2019 will das Bundesministerium für Bildung und Forschung hier anknüpfen.

Wie Künstliche Intelligenz genutzt werden könnte

Im Rahmen einer neuen Diskussionsreihe. tauschen sich Experten aus Wissenschaft und Praxis mit den Bürgern über Chancen und Herausforderungen aktueller Aspekte der KI-Forschung aus. Zum Start der Veranstaltungsreihe steht das Thema Medizin im Fokus. Unter den Talkgästen ist unter anderem Dr. Philipp Kellmeyer, Facharzt für Neurologie am Universitätsklinikum Freiburg, der sich mit den neuroethischen Herausforderungen des KI-Einsatzes in der Medizin auseinandersetzt. „Bei der Anwendung Künstlicher Intelligenz in der Medizin werden zukünftig neue Konstellationen von Mensch-Technik-Interaktion entstehen. Diese werfen grundlegende Fragen über das Verhältnis von medizinischem Personal zu Patientinnen und Patienten auf. Gleiches gilt im Hinblick auf KI-Systeme, die nun in diese Beziehung eingebracht werden“, stellt Dr. Kellmeyer heraus.

Weitere Informationen zum „Wissenschaftsjahr 2019 – Künstliche Intelligenz“: https://www.wissenschaftsjahr.de/2019/