Künstliche Intelligenz in der ambulanten Pflege

Pflegedienstmitarbeiterin betreut Seniorin
Pflegedienstmitarbeiterin betreut Seniorin: Radikale Verbesserung des Arbeitsalltags durch Künstliche Intelligenz-Einsatz (Foto: Kzenon/fotolia.com)

Das Unternehmen C&S Computer und Software GmbH stellt auf der Fachmesse „Altenpflege 2019“ (2. bis 4. April 2019, Messe Nürnberg) erstmals einen Ansatz von künstlicher Intelligenz für die Tourenplanung bei ambulanten Pflegediensten vor. 

Gemeinsam mit AdiutaByte, einem Startup aus dem Umfeld der Fraunhofer Institute, wird ein Showcase gezeigt, der auf einem Zusammenspiel verschiedener mathematischer Disziplinen und Verfahren basiert, sowie auf allgemeinen KI-Methoden. Basierend auf der Branchenlösung „C&S CareOffice“ können wichtige weiche Faktoren wie etwa die Lieblingspflegekraft, Pflege-Gewohnheiten, Lokalität der Aufträge, ebenso beachtet werden, wie das klassische Minimieren der Fahrtwege. Die Einbeziehung prognostizierter Verkehrs- und Wetterdaten sowie ein interaktives Echtzeit Informationssystem, sollen bei der morgendlichen Abstimmung dafür sorgen, dass die Planung mittags noch eingehalten werden kann. C&S sagt: Dies stellt, verglichen mit den Möglichkeiten der bisherigen statischen Verfahren, eine radikale Verbesserung des Arbeitsalltags in der Pflege dar.

Technik könnte Pflegedienstleiter entlasten

Die heutige Erfahrung zeigt, dass sich bereits für ambulante Pflegedienste mit 15 Pflegekräften eine Anzahl an möglichen Touren ergibt, die unter Berücksichtigung aller Nebenbedingungen vom Menschen kaum mehr überblickt werden kann. Dazu kommen unvorhergesehene Vorfälle, beispielsweise durch spontane Änderungen auf Seiten der Patienten oder der Pflegekräfte. Insgesamt verbringen somit täglich tausende Pflegedienstleiter ihre Zeit mit der Planung und Steuerung ihrer Touren. Dabei könnten die Fachkräfte mittels technischer Unterstützung ihre Arbeitszeit sehr viel sinnvoller nutzen.

Eine interaktive Planungsunterstützung für Pflegedienste verlangt allerdings nach einer deutlich individuelleren Lösung. C&S will gemeinsam mit AdiutaByte Technologie die Pflegedienstleiter in bisher nicht möglicher Weise bei der täglichen Planungsaufgabe unterstützen und entlasten.

Zusammengefasst würde ein Pflegedienst durch den Einsatz der KI-Lösung somit in mehrfacher Hinsicht profitieren. Möglich wäre Zeitersparnis und Stressreduktion für die PDL, reduzierte Fahrtzeiten, mehr Zeit beim Patienten für die Pflegekräfte, die Aufdeckung freier Ressourcen zur bestmöglichen Aufnahme und Versorgung neuer Patienten.

Vielversprechende Studien

Das Potenzial dieser Unterstützung wurde in verschiedenen Studien bei Pflegediensten bestätigt. Eine Studie, die mit einem süddeutschen Pflegedienst (12 Pflegekräfte verschiedener Ausbildungslevels, 59 Patienten mit verschiedenen Anforderungen und 321 Aufgaben) durchgeführt wurde, zeigte, dass durch eine Planung mit AdiutaByte bis zu 20 Prozent der Fahrtzeit eingespart werden konnte. Gleichzeitig werden Pläne generiert, die durch echte Verkehrsanalysen auch einzuhalten sind.

Ziel von C&S und AdiutaByte ist es, den Showcase zur Produktreife zu führen und in Verbindung mit der Digitalisierungsplattform „ManagingCareDigital“ allen Pflegediensten unabhängig von deren bisher eingesetzter Software zur Verfügung zu stellen. Ergänzt wird diese Tourenoptimierung durch eine optimierte Leistungserfassung am Point of Care. Hier kooperiert C&S mit der Firma Factis GmbH, die ebenfalls über Schnittstellen zur Digitalisierungsplattform in Verbindung mit der mobilen Leistungserfassung „Factis“ verfügen. Über „ManagingCareDigital“ kann auch die Lösung für die mobile Leistungserfassung „Factis“ angebunden werden.

Mehr Informationen auf dem Messestand der C&S Computer und Software GmbH in Halle 7A, Stand A05.