Kommen Tabletten bald von Amazon?

Apotheken-Hinweisschild in deutscher Stadt
Apotheken-Hinweisschild: Will Amazon den deutschen Markt aufrollen? (Foto: cineberg/fotolia.com)

Neben Büchern oder Unterhaltungselektronik schnell noch ein paar Schmerztabletten shoppen? Für die deutschen Amazon-Kunden soll das in Zukunft kein Problem mehr sein. Der US-Konzern soll einen Einstieg in den deutschen Apothekenmarkt planen.

Wie der Branchendienst Apotheke Adhoc berichtet, will der US-Internetkonzern die Shop-Apotheke übernehmen. Die börsennotierte Versandapotheke mit Sitz im niederländischen Venlo ist Marktführer im Bereich der rezeptfreien Arzneimittel und Gesundheitsprodukte.

Laut Bericht sind die Gespräche bereits fortgeschritten, im nächsten Schritt müsste ein offizielles Übernahmeangebot vorgelegt werden. Bislang ist nur ein kleiner Personenkreis involviert. Apotheke Adhoc beruft sich auf mit dem Vorgang vertraute Kreise. Gemessen an der aktuellen Marktkapitalisierung müsste Amazon wohl mehr als eine halbe Milliarde Euro investieren, um auf diese Weise in den deutschen Markt einzusteigen.

Auswirkungen durch Amazon-Markteintritt

Ein Einstieg von Amazon hätte auf den deutschen Apothekenmarkt womöglich gravierende Auswirkungen. Der US-Konzern ist nicht auf Gewinne fokussiert, sondern auf Wachstum. Um gegen Amazon bestehen zu können, müssten deutsche Apotheken folglich ihre kostenlosen Service- und Lieferleistungen weiter ausbauen, was natürlich den Gewinn schmälert. Wie man beispielsweise am stationären Buchhandel in Deutschland sehen kann, ist ein Überleben trotz der Konkurrenz durch den übermächtigen US-Konzern möglich. Doch fraglos könnte sich der bislang mittelständisch geprägte Markt durch den Eintritt der Amerikaner beträchtlich verändern.

Hintertür-Strategie

Amazon selbst darf in Deutschland keine Apotheke betrieben. Das Unternehmen soll deshalb planen, in bestimmten Regionen Exklusivverträge mit Apotheken einzugehen. Diese sollen Arzneimittel in die Amazon-Vertriebszentren liefern, von wo aus Amazon die gesamte Lieferlogistik übernimmt. Nutzer des in einigen Großstädten angebotenen „Prime Now“-Services könnten dann Medikamente innerhalb weniger Stunden beziehen.

1 Verweis

  1. Kommen Tabletten bald von Amazon? - GesundheitsPortal.Bayern

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