KIS in Deutschland müssen besser werden

KIS-Hersteller können bei der Weiterentwicklung ihrer Systeme vieles besser machen, so das Ergebnis einer Studie. (Foto: Witthaya - Fotolia.com)

Mit den heutigen Krankenhausinformationssystemen (KIS) werden die Möglichkeiten der Digitalisierung nicht ausgeschöpft. Das zeigen die Ergebnisse einer aktuellen Analyse zur aktuellen Situation auf dem deutschen Krankenhausinformationssystemmarkt, die Philips und Deloitte zusammen durchgeführt haben. Für die Analyse wurde auch die Zufriedenheit von Anwendern, Patienten und Angehörigen abgefragt.

„KIS-Hersteller können bei der Weiterentwicklung ihrer Systeme vieles besser machen“, fasst Dr. Sebastian Krolop, Partner und Leiter Life Sciences & Health Care bei Deloitte, die Ergebnisse zusammen. So gilt es im ersten Schritt, Daten fließen zu lassen. Dadurch könnten die Chancen, die heute die schnelle und analytische Datenverarbeitung biete, besser genutzt werden. „Zusätzlich müssen mehr Partizipationsmöglichkeiten für Patienten und Angehörige geschaffen werden“, so Krolop weiter. Die Ergebnisse zeigen allerdings, dass es aus Sicht des Krankenhauspersonals derzeit kaum Möglichkeiten gibt, Patienten mit Hilfe des KIS aktiv in die Ablaufplanung einzubeziehen.

Das Informieren und Einbinden von Patienten sind wichtige Bestandteile einer erfolgreichen Diagnostik und Therapie. Hier könnten digitale Prozesse helfen, Patienten bereits der stationären Aufnahme zu involvieren und bis in die Nachsorge hinein zu begleiten, ohne die Klinik und das medizinische Personal zusätzlich zu belasten. Den Umfrageergebnissen zufolge würden 85 Prozent der Patienten und Angehörigen gerne über aktuelle Wartezeiten informiert zu werden. An zweiter Stelle werden Informationen und Verhaltensempfehlungen für die Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt genannt.

KIS als Krankenhaus-Steuerungsinstrument

Es gibt nur wenige Krankenhausinformationssysteme, die integriert Echtzeitdaten konsolidieren sie dann sinnvoller Form ihren individuellen Nutzern bereitstellen, wie die Umfrage zeigt. Auf die Frage, wie zufriedenstellend das eingesetzte KIS beispielsweise eine optimale ökonomische Steuerung des Krankenhauses unterstützt, antworteten lediglich zehn Prozent der Befragten mit „gut“. Dem gegenüber steht der Wunsch nach einem KIS, das noch besser in die Automatisierung der Prozesse integriert werden kann. Dadurch könnte ein solches System unter anderem das Krankenhauspersonal entlasten.

Viele der Befragten wissen mittlerweile die Vorzüge der Cloud sowie der mobilen KIS-Anwendung zu schätzen. So bewerten 50 Prozent der Befragten die Cloud-Fähigkeit und die mobile Fähigkeit des KIS mit „wichtig“. Die Voraussetzung hierfür ist, dass das KIS auf mobilen Endgeräten möglichst herstellerneutral anwendbar ist.

Ungenutzte Chancen

„Die Daten zeigen, dass derzeit wichtige Chancen ungenutzt bleiben, mit denen sich Kliniken in Zeiten knapper finanzieller und personeller Ressourcen durch vernetzte Versorgung und digitale Prozesse zukunftsfähig aufstellen können“, sagt Gerrit Schick, Business Group Manager Healthcare Informatics Solutions and Services Philips DACH. Die IT sei das Bindeglied in einer bedarfsgerechten stationären Versorgung und könne den Informationsaustausch, das interdisziplinäre Arbeiten und die Vernetzung mit ambulanten Leistungserbringern wesentlich effizienter gestalten. Schick ist davon überzeugt, dass Krankenhausinformationssystemen dabei zukünftig eine Schlüsselposition zukommen muss. Die Ergebnisse der Studie stehen online zur Verfügung.