Hohe Bürokratielast für Ärzte

Die Bürokratielast für Ärzte steigt. (Foto: BillionPhotos.com - Fotolia.com)

Ärzte in deutschen Krankenhäusern verbringen viel Arbeitszeit mit Bürokratie und Dokumentation. 85 Prozent der Stationsärzte und rund 68 Prozent der leitenden Ärzte fühlen sich dadurch frustriert, wie eine aktuelle Befragung zeigt.

Legt man eine Studie von Nuance aus dem Jahr 2015 zugrunde, dann verbringen Klinikärzte rund 46 Prozent ihrer Arbeitszeit mit Bürokratie und Dokumentation. Umgerechnet auf das Jahr bedeutet das, dass die Ärzte ab dem 25. Juli nicht mehr mit Patienten, sondern ausschließlich mit Papier arbeiten. Für die Ärzte ist das eine hohe Belastung. Das zeigt auch eine Online-Befragung von 200 Klinikärzten über DocCheck im Auftrag der Asklepios Kliniken. 79 Prozent der Ärzte geben an, dass der Dokumentationsaufwand in den letzten fünf Jahren deutlich zugenommen habe. 93 Prozent der Klinikärzte erleben Bürokratie und Dokumentationspflicht als Misstrauenskultur zu Lasten der Patienten.

Unerträgliche Nachweispflicht

„Die Praxis, dass die Kostenträger mithilfe des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen MDK immer mehr erbrachte Leistungen anzweifeln, hat zu einer unerträglichen Nachweispflicht geführt, unter der das Personal massiv leidet”, sagt Kai Hankeln, CEO der Asklepios Kliniken. Tatsächlich waren fast allen befragten Klinikärzten Fälle von nicht erstatteten Leistungen aus den vergangenen zwölf Monaten bekannt, 22 Prozent gaben sogar an, dass dies in ihrer Klinik „oft“ vorgekommen sei. Bei Kliniken konfessioneller Träger berichteten das für die eigene Station 24 Prozent und für die eigene Klinik 32 Prozent der Befragten. In Krankenhäusern öffentlicher und privater Trägerschaft lag der Anteil für die eigene Station bei 13 beziehungsweise 20 Prozent und für das eigene Haus bei 21 beziehungsweise 15 Prozent.

Der Aufwand steigt 

Aufgrund ihrer ökonomisch schwierigen Lage und der im internationalen Vergleich geringen Erlöse für die Fallpauschalen (DRG) sind die Kliniken auf die Kostenerstattung erbrachter Leistungen angewiesen, heißt es. Dadurch steige der Aufwand, um dem MDK keinen Vorwand für Beanstandungen zu liefern. Aus Sicht der befragten Ärzte ist allein die Nachweispflicht in den vergangenen fünf Jahren um 89 Prozent angestiegen. Die Bürokratie hat demnach um 88 Prozent zugenommen. Die Belastung durch Dokumentation und Administration ist um 86 Prozent gewachsen.