Gesundheits-Telematikinfrastruktur: Verband mahnt Zusammenarbeit an

Ekkehard Mittelstaedt, Geschäftsführer des bvitg: „Die Vernetzung des Gesundheitswesens ist ein wichtiger Meilenstein und eröffnet viele Chancen zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung.“

Vor termingefährdenden Risiken beim kommenden Rollout der Gesundheits-Telematikinfrastruktur warnt jetzt der Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e.V.. In einem Positionspapier beschreibt der Verband die Herausforderungen bei der Umsetzung des Großprojekts.

Mit Wirkung zum 30. Juni. 2018 muss laut „E-Health-Gesetz“ das flächendeckende Rollout der Telematikinfrastruktur erfolgt sein.  Auf Basis einer sicheren, digitalen Datenautobahn sollen dann alle Krankenhäuser, Arzt- und Zahnarzt-Praxen miteinander vernetzt sein und die Umsetzung von verschiedenen E-Health-Anwendungen beginnen. „Die im bvitg organisierten Anbieter von Klinik- und Praxissoftware befürworten und unterstützen ausdrücklich die Aktivitäten zur Schaffung einer sicheren Telematikinfrastruktur. Die Vernetzung des Gesundheitswesens ist ein wichtiger Meilenstein und eröffnet viele Chancen zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung“, erklärt Ekkehard Mittelstaedt, Geschäftsführer des bvitg. Damit dieses Ziel erreicht werden kann, muss dem Verband zufolge jedoch noch einiges geschehen. „Wir sehen derzeit eine Reihe teils erheblicher Risiken bei der Umsetzung – vor allem im Rahmen des vorgegebenen Zeitplans. Diese Risiken kann die Industrie selbst nicht unmittelbar beeinflussen. Um die Inbetriebnahme trotzdem sicherzustellen gilt es deshalb, konkrete Herausforderungen rechtzeitig und praxisnah zu meistern“, betont Mittelstaedt.

Gesundheits-Telematikinfrastruktur gemeinsam voranbringen

In dem Positionspapier fordert die durch den Verband vertretene Industrie deshalb von der gematik – Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH die Bereitstellung umsetzbarer Spezifikationen für alle TI-relevanten Komponenten. Außerdem fordert der Verband, dass die Anwendungen der Unternehmen in einer realitätsnahen Umgebung getestet werden können. Auch die Interoperabilität muss sichergestellt werden. Zudem wünschen sich die Hersteller von Klinik- und Praxissoftware mehr Transparenz im Hinblick auf die Finanzierung und Durchführung des Großprojekts an. Sind alle diese Voraussetzungen erfüllt, verpflichtet sich die Industrie alle für das Rollout relevanten Maßnahmen umzusetzen, damit das Projekt erfolgreich abgeschlossen werden kann.