3D-Druck ermöglicht patientenspezifische Hornhäute

Die Gewinner des Ideenpreis beim Innovationswettbewerb NEULAND des KIT. V.l.n.r. Prof. Thomas Hirth, Prof. Ute Schepers, Lea Franzreb, Eric Pohl, Anna Rösch, Prof. Stefan Bräse, Axel Weisheit. Foto: Karlsruher Institut für Technologie
Die Gewinner des Ideenpreis beim Innovationswettbewerb NEULAND des KIT. V.l.n.r. Prof. Thomas Hirth, Prof. Ute Schepers, Lea Franzreb, Eric Pohl, Anna Rösch, Prof. Stefan Bräse, Axel Weisheit. Foto: Karlsruher Institut für Technologie

Ein Verfahren zum 3D-Druck von patientenspezifischen Hornhäuten haben Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und Industriepartner entwickelt. Jetzt wurde das Projekt ausgezeichnet.

Forschende des KIT haben in Zusammenarbeit mit den Unternehmen Carl Zeiss Meditec AG und Evonik Healthcare ein neuartiges Verfahren entwickelt, das es ermöglicht, während einer Operation maßgeschneiderte Hornhäute direkt auszudrucken. Die Technologie soll die Sehfunktion bei Patienten mit Hornhauterkrankungen wiederherstellen. Das Projekt, bekannt unter dem Namen „VisioPrinTech“, hat jetzt den den Ideenpreis beim diesjährigen Innovationswettbewerb Neuland des KIT gewonnen.

3D-Druck als Alternative zur Hornhauttransplantation

Wenn die Hornhaut des Auges ihre Transparenz verliert oder sich verformt, ist das Sehvermögen stark eingeschränkt. Diese Erkrankungen betreffen vor allem ältere Menschen. Die neue Lösung des KIT könnte eine Alternative zur herkömmlichen Hornhauttransplantation bieten. Professorin Ute Schepers, die das Forschungsteam leitet, erklärt: „Statt auf Hornhautspenden angewiesen zu sein, setzen wir auf eine Biotinte aus patienteneigenen Stammzellen und chemisch-modifizierten Collagenfasern.“ Das laserbasierte Verfahren ermögliche die präzise Platzierung dieser Zellen, wodurch transparente und funktionsfähige Hornhäute mit minimalem Risiko von Abstoßungsreaktionen erzeugt würden.

Das Projekt soll nicht nur eine neue Methode zur Behandlung von Hornhauterkrankungen bieten, sondern auch einen bedeutenden Schritt in Richtung personalisierte Medizin darstellen. Im nächsten Schritt wird die Technologie in Zusammenarbeit mit Unternehmen skaliert und in ersten Kleinserien produziert und getestet.

Beim Innovationswettbewerb Neuland wurden neben „VisioPrinTech“ zwei weitere Projekte ausgezeichnet. Die Silbermedaille ging an das Projekt „Magnetochromatografie für das Seltenerdrecycling der Zukunft“, das eine Methode für das Recycling von Seltenen Erden entwickelt hat. Ein weiteres ausgezeichnetes Projekt, „Holz-Stahl-Hybridbauweisen für den nachhaltigen Umbau der Bauindustrie“, zielt darauf ab, die Bauindustrie nachhaltiger zu gestalten. Der Wettbewerb fand diesem Jahr zum zwölften Mal statt. Er Forschende und Promovierende ein, ihre Projekte vorzustellen. Neben Geldpreisen im Gesamtwert von 9.000 Euro bietet der Wettbewerb den besten Ideen Unterstützung durch das Innovationsmanagement des KIT beim Transferprozess in die Praxis.