Funk-App für Rettungsdienste und Polizei getestet

App auf Herz und Nieren geprüft
Usability-Test an der Hochschule Flensburg: App auf Herz und Nieren geprüft (Foto: © 2017 Hochschule Flensburg)

Wie gut kommt eine neu entwickelte Funk-App bei professionellen Anwendern an? Um diese Frage drehte sich ein Usability-Test an der Hochschule Flensburg für eine App, die das Smartphone für professionelle Anwender zum Funkgerät macht.

19 Probanden, 27 Stunden Videomaterial, 38 Fragebögen, 144 Funkrufe – diese Daten standen am Ende des Usability-Tests „PTTConnect App“. Vanessa Schomakers, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Labor für Usability und Human-Computer-Interaction an der Hochschule Flensburg, und Alina Protsenko, Studentin der Angewandten Informatik, haben in Zusammenarbeit mit der Firma Hytera eine Applikation auf ihre Benutzerfreundlichkeit überprüft. „Es geht um eine App, mit der das Smartphone als Funkgerät genutzt werden kann“, erklärt Schomakers. Der Vorteil bestünde unter anderem darin, dass eine Verständigung auch außerhalb des Funknetzes möglich ist. Ein Betriebsleiter, der 200 Kilometer entfernt sei, könne so beispielsweise im Krisenfall dennoch mit den Kollegen vor Ort kommunizieren, erklärt die Wissenschaftlerin.

Wichtige Profi-Einschätzung

19 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Rettungsdienst, Feuerwehr, THW und Industrie haben die App auf Herz und Nieren geprüft. Klare Fragen dabei: Ist die Benutzeroberfläche verständlich? Was kann verbessert werden? Mithilfe der Methode lautes Denken, mit Video- und Audioaufnahmen und Interviews haben Vanessa Schomakers und Alina Protsenko identifiziert, was aus Sicht der Profis bereits gut funktioniert und wo noch Optimierungspotenzial besteht. „Es gibt einige Annahmen vonseiten Hyteras bezüglich der Benutzerfreundlichkeit, die sich bestätigt haben“, erklärt Protsenko. Doch auch neue Erkenntnisse konnten gewonnen werden. Das Entwicklerteam kann so an den richtigen Stellen nochmal nachbessern.

Kooperation mit Hytera

Der Usability-Test fand im Rahmen des Projektes „Mobile Computing Cross Platform Development“ statt. Hier entwickeln Hytera und die Hochschule Flensburg ein Cross-Plattform Framework (CPF) für sicherheitsrelevante VoIP-Apps, insbesondere für iOS und Android. Der Schwerpunkt dieses Projektes liegt in der Portierung von sicherheitsrelevanten Apps für Sprach- und Datenübertragung, unter anderem für den Bereich BOS (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, also Polizei, Feuerwehren) mit ihren hohen Anforderungen an App-Security, Übertragungssicherheit und QoS (Quality of Service).