Erfurt im Mittelpunkt der Gesundheitspolitik

Erfurter Rathaus und Fischmarkt
Erfurter Rathaus und Fischmarkt: Fernbehandlungsverbot ist eines der zentralen Themen des 121. Deutschen Ärztetags (Foto: © pure-life-pictures – fotolia.com)

Ein „Großereignis“ steht der thüringischen Landeshauptstadt bevor:  Vom 8. bis zum 11. Mai 2018 tagt in Erfurt der 121. Deutsche Ärztetag, das Parlament der deutschen Ärzteschaft.

250 abgeordnete Ärztinnen und Ärzte aus den 17 Ärztekammern in Deutschland kommen zusammen, um gesundheitspolitische Themen zu diskutieren und berufspolitische Fragen zu beraten. Für die vergleichsweise kleine Landeshauptstadt (211.000 Einwohner) des Freistaats Thüringen besitzt die Veranstaltung eine große Strahlkraft, da mit insgesamt über 1.000, teils internationalen Gästen, gerechnet wird. „Als Erfurterin freue ich mich natürlich ganz besonders, dass es gelungen ist, den Deutschen Ärztetag hierher zu holen“, so die Präsidentin der Landesärztekammer Thüringen, Dr. Ellen Lundershausen.

Kernthema Telemedizin

Wichtige Themen des Erfurter Ärztetages sind neben der gesundheits- und berufspolitischen Diskussion etwa die ärztliche Gebühren- und Weiterbildungsordnung, die ärztliche Versorgung von psychischen Erkrankungen und die Frage des in der ärztlichen Berufsordnung festgelegten Fernbehandlungsverbotes, also des Verbotes einer Behandlung ausschließlich über Kommunikationsmedien (Telemedizin). Gerade dieser Punkt wird derzeit breit öffentlich diskutiert. „Die Landesärztekammer Thüringen sieht die Priorität einer ärztlichen Behandlung nach wie vor bei der konkreten Arzt-Patienten-Beziehung und möchte die Möglichkeiten der Fernbehandlung eher als Ergänzung des Systems betrachten“, meint Präsidentin Lundershausen. „Bei der ganzen Diskussion ist es mir besonders wichtig, dass es uns gelingt, in der konkreten Umsetzung künftig möglichst weitgehend eine einheitliche Bewertung beziehungsweise Regelung zur Fernbehandlung in Deutschland zu beschließen. Nur das ist sinnvoll, denn wenn in einem Kammerbereich die ausschließliche Fernbehandlung erlaubt ist und in einem anderen nicht, bewirkt dies gar nichts. Die Patienten sind schließlich frei in ihren Entscheidungen, bei wem und in welchem Bundesland sie nachfragen.“