DMEA zieht positive Bilanz

Hinweis auf die DMEA 2020 auf dem Berliner Messegelände
Hinweis auf die DMEA 2020 auf dem Berliner Messegelände: „Digitale Technologien sind im Gesundheitssystem essenziell geworden“ (Foto: mednic)

Rund 10.800 Besucher, 570 Aussteller und 350 Speaker – die Digital-Health-Messe DMEA ist mit dem Zuspruch sehr zufrieden. Die ehemalige conhIT hatte sich in diesem Jahr mit einem erweitertem Themenportfolio als Veranstaltungsplattform der digitalen Gesundheitsversorgung neu aufgestellt.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn nutzte als Redner auf der DMEA 2019 die Gelegenheit für einen eindringlichen Appell, mehr Tempo bei der Entwicklung digitaler Gesundheitslösungen aufzunehmen und das Thema Digital Health nicht anderen zu überlassen. „Wir müssen Lust auf den digitalen Wandel haben. Die Alternative ist nicht, ob es passiert oder nicht, sondern ob wir es gestalten oder erleiden“, sagte der Bundesgesundheitsminister.

Mehr Mut, wichtiger Datenschutz

Dem schloss sich Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitalisierung in ihrer Keynote an: „Wir haben schon so viel geredet, ich würde mir wünschen, dass wir mehr in die Anwendung kommen.“ Natürlich seien Themen wie Datenschutz wichtig, aber Deutschland brauche beim Thema Digital Health mehr Mut, um die enormen Chancen digitaler Anwendungen in der Medizin zu nutzen und das Leben für chronisch Kranke, Pflegebedürftige und alte Menschen zu erleichtern.

Dr. Gottfried Ludewig, Abteilungsleiter der Abteilung „Digitalisierung und Innovation“ im Bundesministerium für Gesundheit stellte sich beim neuen Format „E-Health Hot Seat“ den kritischen Fragen, die live aus dem Publikum per Twitter und Videobotschaft eingingen. Dabei kündigte er beispielsweise das Digitalisierungsgesetz für das zweite Quartal 2019 an. Aber damit sei es nicht getan. Vielmehr solle in jedem Gesetz der Digitalisierungsaspekt mit eingebaut werden. „Wir wollen das Gesundheitssystem mittels Digitalisierung ganz konkret für den einzelnen Patienten besser machen, und das in kleinen agilen Schritten“, erläuterte Ludewig. Denn der Nachholbedarf in Deutschland sei groß: „Wir drucken jedes Jahr 700 Millionen Arzneimittelrezepte aus, die Arzt-Patienten-Kommunikation läuft zu 80 Prozent per Brief oder mündlich, wir müssen einfach schneller werden.“

Wie digitalisieren wir?

Die veränderten Rahmenbedingungen, die mit der Digitalisierung im Gesundheitswesen einhergehen, seien auch der Grund für die strategische Neuausrichtung der Messe-Veranstaltung gewesen, erklärte der Direktor der Messe Berlin Jens Heithecker: „Wir sind weit vorangekommen: Die Frage ist nicht mehr ob wir digitalisieren, sondern wie. Wir sehen, dass digitale Technologien essenziell im Gesundheitssystem geworden sind und das an allen Stellen – beim Patienten, beim Arzt, im Krankenhaus.“ Daher sei die Neuausrichtung der DMEA ein logischer Schritt gewesen.