Diktiergeräte-Spezialist: Grundig feiert Jubiläum

Diktiergerät Grundig „Stenorette 1“ aus dem Jahr 1954
Wichtiges Arzt-Utensil in den 1950er Jahren: Grundig „Stenorette 1“, auch „Laubfrosch“ genannt (Foto: Grundig Business Systems)

Es ist kein medizinisches Instrument, aber doch ein enorm häufig genutztes Arzt-Tool: Das Diktiergerät. Der Spezialist Grundig Business Systems (GBS) feierte jetzt das 60-jährige Jubiläum seiner Produktionsstätte in Bayreuth.

Das Unternehmen Grundig hat deutsche Geschichte geschrieben, war Symbol des westdeutschen Wirtschaftswunders und galt als Traditionsunternehmen. Im Jahr 2003 musste es jedoch Insolvenz anmelden. Hervorgegangen ist aus Grundig unter anderem die Grundig Business Systems, ein Spezialist für Diktiergeräte, die seit 1954 »made in Germany« hergestellt werden. 1957 eröffnete Firmenpatron Max Grundig in Bayreuth die seinen Worten zufolge „größte Tonbandgeräte-Fabrik der Welt“. In diesem Werk produziert Grundig Business Systems bis heute Diktiergeräte.

Die Grundig Business Systems GmbH arbeitet profitabel, von der Insolvenz der Grundig AG war sie nicht betroffen. Auch im Zeitalter von Siri & Co sind die Diktiergeräte aus Bayreuth in vielen Berufszweigen – nicht zuletzt unter Medizinern – ein unverzichtbares Tool, das ständig weiterentwickelt wird: 2008 brachte GBS das weltweit erste kabellose Diktiermikrofon für professionelle Anwender auf den Markt: das „DigtaCordEx“. Auf der auf der CeBIT 2009 wurde es mit dem Innovationspreis-IT ausgezeichnet.

In den letzten Jahren hat sich Grundig Business Systems zu einem der führenden bayerischen Dienstleister in der elektronischen Auftragsfertigung entwickelt. Am Standort Bayreuth produziert das Unternehmen selbst entwickelte, professionelle Diktiersysteme.

Historische Ausstellung

Zum 60. Geburtstag des Firmenstandortes lud GBS jetzt alle Angestellten mit ihren Familien zu einem Sommerfest aufs Werksgelände ein. Auch viele ehemalige Mitarbeiter folgten der Einladung, sich anzusehen, was aus dem Werk geworden ist. Der älteste unter ihnen – mit fast 85 Jahren – hatte 40 Jahre lang bei Grundig gearbeitet. Neben vielen bunten Aktionen gab es eine historische Ausstellung, die im Rahmen eines Azubi-Projektes entstand. Bestückt wurde sie mit firmeneigenen Beständen, aber auch mit Hilfe einiger Rentner, die über die Jahre alle Geräte archiviert hatten, die in Bayreuth gebaut worden waren.

Kooperation mit Nuance

„1957 hat Max Grundig den Grundstein für den bis heute anhaltenden Erfolg des Bayreuther Werks gelegt. Heute wird hier elektronische High-Tech der Spitzenklasse produziert“, freut sich GBS-Geschäftsführer Roland Hollstein. Heute arbeiten rund 160 Mitarbeiter im Unternehmen. Basierend auf der jahrzehntelangen Erfahrung in der Entwicklung und Produktion von elektronischen und mechatronischen Baugruppen, hat GBS in den letzten Jahren mit dem Bereich Electronic Manufacturing Services (EMS) ein ganz neues Geschäftsfeld für sich erschlossen. „Die Elektronik, die wir für unsere Kunden produzieren, findet sich in Autos, Haustechnik und Flughäfen in der ganzen Welt“, erklärt Hollstein. Und auch im Bereich der digitalen Sprachverarbeitung hat sich das Unternehmen weiterentwickelt. In Kooperation mit Nuance wird beispielsweise der zukunftsträchtige Markt der Spracherkennung entwickelt.