Dermatologen definieren Telemedizin-Standards

Dermatologische Untersuchung
Dermatologische Untersuchung: „Zum ersten Mal eine wissenschaftlich gesicherte Basis für die Teledermatologie“ (Foto: Andriy Popov/123rf.com)

Der Dermatologen-Berufsverband BVDD und die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) haben gemeinsam die Leitlinie „Teledermatologie“ veröffentlicht. Sie definiert erstmals für ein medizinisches Fachgebiet Qualitätsstandards zur telemedizinischen Patientenversorgung.

Im Mittelpunkt der Empfehlungen auf wissenschaftlicher Grundlage steht die teledermatologische Versorgung von Schuppenflechte (Psoriasis), Neurodermitis und Hautkrebs sowie von akuten und chronischen Wunden. Dabei definiert die Leitlinie auf der Basis von Evidenzrecherchen und Expertenerfahrung, bei welchen dieser Hauterkrankungen teledermatologische Verfahren sicher sind, wo ein Zusatznutzen zu erwarten ist und was unterbleiben sollte. 

Während beispielsweise die Primärdiagnostik akuter und chronischer Wunden durch teledermatologische Verfahren empfohlen werden kann, sollte eine Erstdiagnostik bei Schuppenflechte und auch bei Neurodermitis allein auf der Basis eines teledermatologischen Befundes nicht erfolgen. Dagegen können Verlaufskontrollen bei allen drei Krankheitsbildern empfohlen werden. Unterbleiben sollte auch die Primärdiagnostik von hellem und schwarzem Hautkrebs allein durch Verfahren der Künstlichen Intelligenz.

Store-and-forward oder Realtime-Versorgung

Darüber hinaus gibt die Leitlinie Empfehlungen für weitere dermatologische Anwendungsbereiche der Telemedizin, etwa für die Abklärung von unklaren Hautbefunden durch Dermatologen per Bilddaten, wo dies in Verbindung mit der Krankheitsgeschichte und klinischen Angaben eindeutig möglich ist. Dazu zählen infektiöse Hauterkrankungen, akute und chronische Ekzeme sowie gutartige Hauttumore. Dabei unterscheidet die Leitlinie auch zwischen der Store-and-forward-Technologie, bei der die Daten zunächst zwischengespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt ausgewertet werden, und der Realtime-Versorgung wie beispielsweise bei der Videosprechstunde.

„Als stark visuell geprägtes Fach eignet sich die Dermatologie hervorragend für telemedizinische Anwendungen. Die nun vorgelegte Leitlinie schafft zum ersten Mal eine wissenschaftlich gesicherte Basis für die Teledermatologie und ist damit ein wichtiger Schritt zur Implementierung moderner Verfahren in den Versorgungsalltag von Dermatologinnen und Dermatologen“, betont BVDD-Präsident Dr. Klaus Strömer.

Die Leitlinie kann bei AMWF online heruntergeladen werden (Download PDF-Datei).