Covestro setzt auf den Gesundheitsmarkt

Klassisches Pflaster
Klassisches Pflaster: Mit neuartigen Konzepten für die Wundversorgung will der Kunststoffriese Covestro im Gesundheitsmarkt expandieren (Foto: © Hayati Kayhan/123rf.com)

Der Werkstoffhersteller Covestro AG ist 2015 aus der ehemaligen Kunststoffsparte der Bayer AG hervorgegangen. Zunehmend positioniert sich das Unternehmen als Materiallieferant für die Wundversorgung und für tragbare, medizinische Geräte.

Das Kerngeschäft von Covestro ist die Produktion von Polymer-Werkstoffen, die an etwa 30 Standorten in Europa, Asien und Amerika hergestellt werden. Mit dem Know-how über Kunststoffe lässt sich weitaus mehr erreichen, als beispielsweise Schaumstoffe für Polstermöbel und Autositze zu fertigen. Das verdeutlicht der Konzern auf den Fachmessen Compamed 2019 und Medica 2019 (18. bis 21. November 2019) in Düsseldorf: Auf seinen Ständen in den Hallen 8b und 13 zeigt Covestro Lösungen für tragbare medizinische Geräte sowie stellt ein neuartiges Konzept für die Wundversorgung vor. Bereits seit einigen Jahren positioniert sich das Unternehmen als Materiallieferant für den Gesundheitsmarkt.

Wachstumsmarkt elektronische Pflaster

Am Stand D46 in Halle 13 werden Materiallösungen für flexible medizinische elektronische Pflaster auf Basis von Polyurethan-Materialien gezeigt, aber auch neue Entwicklungen für On-Body-Drug-Delivery-Geräte. „Elektronische Pflaster werden bereits in vielen Bereichen wie der Patientenüberwachung eingesetzt, und mit der zunehmenden Digitalisierung des Gesundheitswesens steigt die Marktnachfrage nach solchen Produkten rasant. Vorteile sind eine große Mobilität der Patienten, der große Tragekomfort und die einfache Handhabung. Risiken auf Seiten der Hersteller sind noch zu klärende Datenschutzanforderungen“, erläutert Dr. Frank Rothbarth, Global External Communications bei Covestro.

Medizinische Wearables

Im Bereich der flexiblen Werkstoffe werden Anwendungsfelder wie Elektroenzephalogramm (EEG), Schwangerschaftsgürtel, Blutdruckmessband und Einzelelektrokardiogramm (EKG) gezeigt. Für solche Wearables bietet das Unternehmen passende Materiallösungen, wie etwa weiche, atmungsaktive und dehnbare Folien, Substrate für die gedruckte Elektronik, Haut- und anwendungsfreundliche Klebesysteme und verschweißbare Schäume für einen sicheren Einsatz der Elektronik am menschlichen Körper. Neben den Materialien bietet Covestro auch Materialien für Wearables mit Hard-Cover an, die zum Beispiel für mobile Drug-Delivery-Geräte oder empfindliche Diagnosegeräte notwendig sind. 

Konzept zur Wundvermeidung

Am Stand H30 in Halle 8b stellt Covestro Neuerungen im Bereich des Wundmanagements vor. Das Unternehmen hat eine Designstudie zur Wundvermeidung erarbeitet, die sich mit den drei wichtigsten Faktoren für das Wundliegen (Dekubitus) befasst: Druck, Reibung und Scherung. Ein hoch atmungsaktiver Prototyp wird ausschließlich aus Polyurethan-Materialien von Covestro hergestellt. 

Komponenten auf Basis dieser Produkte sollen dazu beitragen, Kosten zu reduzieren und die Fertigungseffizienz zu steigern, indem sie eine Rolle-zu-Rolle-Verarbeitung und Inline-Produktion aller Schichten erlauben. Bei der Verarbeitung ist ein thermoplastisches Verschweißen der Kanten möglich.

Im Rahmen des Compamed Suppliers Forum wird Covestro-Experte Dr. Marc-Stephan Weiser am 20. November 2019 um 15.30 Uhr in Halle 8b die Designstudie für eine gezielte Wundvermeidung in einem Vortrag vorstellen.