CIRS dent offiziell vorgestellt

KZBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Wolfgang Esser (Foto: © KZBV)
KZBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Wolfgang Esser (Foto: © KZBV)

Bundezahnärztekammer (BZÄK) und Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) haben jetzt das Berichts- und Lernsystem „CIRS dent – Jeder Zahn zählt!“ offiziell vorgestellt. Die Anwendung soll Zahnmedizinern dabei helfen, unerwünschte Ereignisse in ihren Praxen zu vermeiden und damit die Sicherheit für Patienten weiter zu erhöhen. Nach bisher vier Monaten Betriebszeit gibt es im System aktuell etwa 4.000 registrierte Nutzer. Rund 100 Berichte und 200 Kommentare sind eingegangen.

Über die Online-Plattform www.cirsdent-jzz.de können Zahnärzte anonym, sanktionsfrei und sicher über unerwünschte Ereignisse aus ihrem Praxisalltag berichten, sich informieren und austauschen. Ziel ist es, aus den Erfahrungen Anderer zu lernen. Das System soll dazu dienen, die Versorgungsqualität der Patienten weiter zu verbessern.

Pilotprojekt im Jahr 2011

„CIRS dent – Jeder Zahn zählt! basiert auf einem im Jahr 2011 aufgesetzten Pilotprojekt der BZÄK. Wir freuen uns über die hohe Beteiligung der Zahnärzte seit dem Neustart im Januar 2016. Das Interesse, dazuzulernen ist groß. Das Projekt bietet die Chance, von den Erfahrungen der Kollegen zu profitieren“, sagte der BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel.

Der KZBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Wolfgang Eßer ergänzt: „Das System CIRS dent – Jeder Zahn zählt! demonstriert zum wiederholten Mal die große Bereitschaft des zahnärztlichen Berufsstandes, sich nicht nur der anhaltenden Diskussion um eine verbesserte Versorgungsqualität zu stellen, sondern auch im Praxisalltag für dieses Ziel entsprechend konkrete Schritte umzusetzen.“

CIRS dent – Jeder Zahn zählt! wurde mit Unterstützung des Instituts für Allgemeinmedizin der J. W. Goethe-Universität in Frankfurt am Main entwickelt. Die Einrichtung betreibt ein ähnliches System, das bereits bei Hausärzten angewandt wird und weit verbreitet ist.

Hintergrund – CIRS dent
Die Abkürzung CIRS steht für Critical Incident Reporting System. Alle Zahnarztpraxen und zahnärztliche Einrichtungen in Deutschland haben im Januar 2016 per Post einen anonymen Registrierungsschlüssel für die Anmeldung erhalten. Ein Fachberatungsgremium von BZÄK und KZBV stellt nach dem verschlüsselten Eingang eines Berichts zunächst die vollständige Anonymisierung sicher und ergänzt diesen bei Bedarf um Hinweise und Lösungsvorschläge, wie das geschilderte Ereignis künftig vermieden werden kann. Anschließend wird der Bericht im System anonymisiert veröffentlicht und kann ausschließlich von registrierten Nutzern eingesehen werden. Die Website www.cirsdent-jzz.de hat zudem eine Datenbank-Funktion.