Bündnis „Digitalisierung in der Pflege“ trifft Bundesgesundheitsminister

VertreterInnen des Bündnisses „Digitalisierung in der Pflege“ trafen sich mit Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach. (Foto Copyright: BMG/Frank Woelffing)

Digitalisierung kann helfen dabei helfen, Probleme der Pflege zu lösen. Davon ist das Verbändebündnis „Digitalisierung in der Pflege“ überzeugt. Nun trafen VertreterInnen des Bündnisses Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach.

Der Koalitionsvertrag sieht eine regelmäßig fortgeschriebene Digitalisierungsstrategie im Gesundheitswesen und in der Pflege vor. Das Bündnis macht sich dafür stark, die Beteiligten des Pflegesektors aktiv in diesen Strategieprozess einzubeziehen. Bei dem Treffen mit Karl Lauterbach hoben die Vertreter des Bündnisses die Chancen die Digitalisierung gerade für Pflegebedürftige und Pflegende hervor. Zugleich gebe es besondere Hürden, etwa bei der technischen Ausstattung der Einrichtungen, der Anerkennung digitaler Dokumente und der Refinanzierung, betonen die VerbändevertreterInnen. Der Gesundheitsminister begrüßte den initiierten Austausch und sicherte dem Bündnis zu, über die anstehenden Schritte zur Digitalisierung der Pflege im Gespräch zu bleiben.

Fünf Strategische Ziele

Das Bündnis setzt sich dafür ein, die Digitalisierungsstrategie für die Pflege an fünf über-geordneten Zielen auszurichten. Dazu zählen die Vermeidung von Pflegebedürftigkeit, eine bessere pflegerische Versorgung und bessere Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte. Die flächendeckende technische Infrastruktur in den pflegerischen Einrichtungen müsse sichergestellt werden, ebenso Nachhaltigkeit und eine stabile Refinanzierung der Digitalisierungskosten. Beim Treffen im Gesundheitsministerium hat hierzu das Konzeptpapier eines Nationalen Strategieplans vorgelegt.

Nach Ansicht der Verbände ist es wichtig, das projektbezogene Denken zu überwinden und die Digitalisierung ganzheitlich und strukturell anzugehen. Das Mitwirken und die Expertise aller Beteiligten, etwa der Pflegebedürftigen, Pflegenden, Leistungserbringer sowie der IT- und Softwarehersteller, sei wichtig, damit die Digitalisierung gelinge. Vor diesem Hintergrund empfiehlt das Bündnis die Einrichtung eines „Kompetenzzentrum Digitale Pflege“. Dieses Zentrum sollte beratende und Orientierung gebende Organisationsstruktur beim Bundesgesundheitsministerium angesiedelt sein und die diversen Stakeholder über ein Expertengremium kontinuierlich einbeziehen. Aufgabe eines solchen Kompetenzzentrums wäre es, den Einsatz digitaler Technologien in der Pflege zu analysieren und auszuwerten, strategische Teilziele zu formulieren sowie operative Maßnahmen zu planen, umzusetzen und zu evaluieren.

Das Verbändebündnis „Digitalisierung in der Pflege“

Um die Digitalisierung auch in der Pflege in Deutschland voranzubringen, haben sich Verbände aus dem Sozial-, Pflege- und Gesundheitswesen im Jahr 2020 zum Bündnis „Digitalisierung in der Pflege“ zusammengeschlossen.

Das Bündnis setzt sich zusammen aus dem Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg und dem Verband der diakonischen Dienstgeber in Deutschland (VdDD) als Initiatoren sowie den Gründungsmitgliedern Deutscher Pflegerat (DPR), Deutscher Evangelischen Verband für Altenarbeit und Pflege (DEVAP), Fachverband Informationstechnologie in Sozialwirtschaft und Sozialverwaltung (Digitalverband FINSOZ),Verband für Digitalisierung der Sozialwirtschaft (vediso) und dem Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland e. V. (VKAD).