Bessere geriatrische Behandlung durch Vernetzung

Start des Projektes GerNe mit der rheinland-pfälzischen Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (6.v.l.), dem Vorstandsvorsitzenden und Medizinischen Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer (4.v.l.), Pflegevorstand Marion Hahn (1.v.l.) und Konsortialführer des GerNe-Projekts, Prof. Dr. Roland Hardt (7.v.l.). (Foto: Markus Schmidt (Universitätsmedizin Mainz))

Durch eine bessere Kommunikation zwischen Ärzten und Krankenhäusern soll die Rate der stationären Einweisungen geriatrischer Patienten künftig verringert werden. Auch die Wiederaufnahmen will man reduzieren. Dieses Ziel hat sich das Projekt GerNe (Geriatrisches Netzwerk) gesetzt, das jetzt an der Universitätsmedizin Mainz offiziell gestartet ist. Die bessere Vernetzung von ambulanten und stationären Versorgungsstrukturen soll unter anderem durch eine elektronische Fallakte erreicht werden.

Die demographische Entwicklung und die steigende Lebenserwartung in Deutschland wird dafür sorgen, dass der Anteil von Patienten über 80 Jahre steigen und es noch mehr multimorbide Patienten geben wird. Der Bundesverband Geriatrie geht davon aus, dass die Fallzahlen der Geriatrie in den nächsten zehn Jahren um 33 Prozent zunehmen. Um diesen steigenden Versorgungsbedarf decken zu können, sind neue Versorgungsformen erforderlich. Hier setzt das Projekt GerNe an, das die sektorenübergreifende Versorgung geriatrischer Patienten verbessern will. Deshalb soll eine webbasierte, elektronische Fallakte und ein geriatrischer Konsildienst an den geriatrischen Kliniken eingerichtet werden. Beides soll einen bidirektionalen Informationsaustausch zwischen stationären, akutgeriatrischen Institutionen und den Hausärzten als ambulanten Leistungserbringern ermöglichen. Bislang beschränkt sich die Kommunikation zwischen stationären und ambulanten Akteuren fast ausschließlich auf das Bereitstellen des Arztbriefes beziehungsweise Entlassungsberichts und ist somit unidirektional. Die Kombination aus elektronische Fallakte und der geriatrischem Konsildienst soll daher die Basis für eine kontinuierliche Kommunikation zwischen Hausarzt und geriatrischer Klinik schaffen. Der Hausarzt soll hierbei eine zentrale Rolle einnehmen.

Barmer mit im Boot

An diesem Projekt beteiligte Konsortialpartner sind neben zwei Krankenhäusern der Grund- und Regelversorgung auch eine geriatrische Fachklinik und die Barmer Rheinland-Pfalz/Saarland. „Das Projekt GerNe richtet den Blick auf eine bessere, sektorenübergreifende Kommunikation zwischen Klinik und Hausarzt. Hierdurch sollen Probleme in der Patientenversorgung frühzeitig erkannt und geeignete Maßnahmen eingeleitet werden, bevor es zu einer erneuten Krankenhauseinweisung des Patienten kommt. Insgesamt geht es darum, die Rehospitalisierungsrate zurückzuführen und somit die Versorgungsqualität zu verbessern“, erläutert Prof. Dr. Roland Hardt, Leiter der Abteilung Geriatrie am Zentrum für Allgemeinmedizin und Geriatrie der Universitätsmedizin Mainz. Er ist Initiator, Leiter und Antragsteller des Projektes. Das Projekt GerNe (E-Health-basierte, sektorenübergreifende geriatrische Versorgung / Geriatrisches Netzwerk GerNe) wird mit rund 3,9 Millionen Euro aus dem Innovationsfonds beim G-BA gefördert, der sich aus Mitteln der Gesetzlichen Krankenversicherung finanziert.