Augmented Reality-Brille hilft bei Zahnbehandlung

Monitor mit CEREC-omnicam
CEREC-omnicam mit EyeCAD-connect und Epson Moverio BT-200 im Einsatz (Foto: Epson)

Die Augmented Reality-Brille Moverio BT-200 von Epson soll Zahnmedizinern eine bessere Hand-Augen-Koordination ermöglichen. In der Zahnmedizin und Defektprothetik ist die Erstellung einer Abformung ein Arbeitsschritt, bei dem eine Negativform beispielsweise eines Zahnes hergestellt wird, die dann ihrerseits durch Ausgießen mit einem geeigneten Material zu einer Positivform des ursprünglichen Teils führt. Auf Basis solcher Formen werden dann Defektprothesen oder Zahnersatz wie beispielsweise Kronen gefertigt.

Moderne digitale CAD/CAM-Verfahren verzichten auf die physische Abformung mittels plastischen Materialien des zu behandelnden Zahnes und setzt auf eine kameragestützte, optische Erfassung samt nachgeschaltetem CAD-System. Das so geschaffene virtuelle Abbild wird dann Grundlage für die nachfolgende Behandlung genutzt. So kann auch mit solchen Modellen Zahnersatz geplant und gefertigt werden.

Technik für bessere Zahngesundheit

Mit dem Produkt Cerec-Omnicam steht ein weit verbreitetes System im Bereich der optischen Abformung zur Verfügung. Diese Anlage erleichtert dem Arzt dank einer leichten, kompakten HD-Kamera eine präzise Aufnahme der aktuellen Zahnsituation, die in Echtzeit auf einem externen Monitor abgebildet wird.

Zusätzlich werden bei Cerec-Omnicam die verschiedenen Oberflächen in ihrer natürlichen Farbe angezeigt und erleichtern so die Unterscheidung zwischen Amalgam, Gold oder anderen Kompositmaterialien. Ein Nachteil war hier bisher jedoch stets der externe Monitor, dessen abseitige Aufstellung den Arzt zwingt, bei der Behandlung regelmäßig zur Seite zu schauen. Dies erschwert die Hand-Augen-Koordination und kann so den Patienten belasten.

Für Abhilfe sorgt das zahnärztliche Fortbildungs- und Beratungs-Unternehmen Ident aus Bad Segeberg: Mit seiner Lösung EyeCAD-Connect ist der Monitor-Blick nicht mehr notwendig. EyeCAD-connect setzt stattdessen auf die Epson Augmented Reality- Brille Moverio BT-200 als Wiedergabemedium der von der Kamera aufgenommenen Bilder. Aufgrund des Einsatzes der BT-200 als Head-up-Display schaut der behandelnde Arzt ohne Unterbrechung auf den Patienten und sieht das von der Kamera aufgenommene Bild als Überlagerung zur Normalsicht. Dies ermöglicht aufgrund einer besseren Hand-Augen-Koordination eine genauere Führung der Kamera und kann so die Behandlungszeit verkürzen.

Epson Moverio-Brille im Einsatz bei Zahnmediziner
Der Arzt sieht mit der Epson Moverio-Brille das normale Sichfeld, überlagert mit dem von der Kamera aufgenommenen Bild. (Foto: Epson)

Mehr Präzision

„Für den behandelnden Arzt ist neben einer guten Grafikabbildung auch der Tragekomfort sehr wichtig,“ erläutert Dr. Sven Holtorf, Zahnarzt und Cerec-Trainer bei Ident die Eigenschaften der neuen Lösung. „Besonders wichtig bei diesem Head-up-Display ist die Möglichkeit, stereoskopische Bilder zu sehen sowie transparente Gläser, damit man neben dem projizierten Kamerabild auch noch eine reale Sicht behält. Dies erleichtert das Erfassen der Mundsituation und ermöglicht eine präzisere Führung der Kamera.“

Die Epson Moverio BT-200 bietet ein qHD-Auflösung sowie einen Dioptrienausgleich durch einsteckbare Linsen und lässt sich damit auch auf verschiedene Augencharakteristiken anpassen. „Die Geschwindigkeit der Datenübertragung sowie die Auflösung ist gut, trotzdem wünschen wir uns für die nächste Ausführung eine noch höhere Auflösung. Diese vermindert die Notwendigkeit, bei größeren Bildausschnitten gegebenenfalls Bildpunkte interpolieren zu müssen. Was die nächste Epson BT Augmented Reality-Brille auch noch haben sollte ist die Möglichkeit, den Augenabstand zum Beispiel durch eine kleine Rändelschraube verändern zu können.“ Ident vertreibt die Lösung in zahlreiche europäische und außereuropäische Länder.