Arztbrief-Erfassung benötigt 28 Wochenstunden

Mediziner beim Schriftverkehr
Mediziner beim Schriftverkehr: die Technologie Natural Language Processing soll Zeitersparnis bringen (Foto: © Wutthichai Luemuang/123rf.com)

Laut einer Untersuchung des Unternehmens CompuGroup Medical benötigen Ärzte im Durchschnitt fast 28 Stunden pro Woche, um Arztbriefe ihrer Fachkollegen zu sichten und zu erfassen. Eine Softwarelösung soll diesen Aufwand jetzt reduzieren.

Die Software automatisiert einen großen Teil der Arbeit mit Arztbriefen. Das Modul „Clinical Notes“ stellt CompuGroup Medical (CGM) auf der Medica 2019  in Düsseldorf vor. Das neue Modul wurde in Zusammenarbeit mit dem auf Textmining spezialisierten Projektpartner Averbis entwickelt. Durch zwei Arbeitsschritte wird es möglich, die relevanten Informationen in medizinischen Dokumenten wie Entlassbriefen auf einen Blick zu erkennen: Im ersten Schritt werden alle archivierten Dokumente einer automatischen Volltexterkennung unterzogen und das Ergebnis als Klartext zusätzlich zum Originaldokument abgelegt. Im zweiten Schritt werden die Klartexte von Arzt- oder Entlassbriefen einer Textanalyse unterzogen. 

Strukturierte Auflistung aller relevanten Inhalte 

Zum Einsatz kommt hier die Technologie Natural Language Processing. Sie erlaubt es, aus den Texten eine strukturierte Auflistung aller relevanten Inhalte zu erstellen. Sie wird von Averbis bereitgestellt. Mit diesen Analyseergebnissen wird dann im Dokument farblich hervorgehoben, wo die Krankenhaushistorie, die Diagnosen (plus ICD10-Entsprechung), Blutdruckwerte, Medikationen oder Laborwerte zu finden sind. Diese gesammelten Informationen können vom Anwender via Mausklick in die Patientenakte übernommen werden. Außerdem sind alle Dokumente per Schlagwortsuche auffindbar. 

Eine Arbeitsgruppe, die sich seit 2017 regelmäßig trifft und aus 18 niedergelassenen Medizinern sowie acht Spezialisten von CGM und kooperierenden Unternehmen zusammensetzt, fand heraus, dass bis zu 70 Briefe wöchentlich auf manchem Arzt-Schreibtisch landen, die zeitnah gesichtet und in der jeweiligen Patientenakte dokumentiert werden müssen.