Arzneimittelliste FORTA aktualisiert

Hand hält eine rote Pille über vielen Medikamenten in einer Handfläche
Medikamente: Liste nennt Chancen und Risiken für die Behandlung älterer Patienten (Foto: © Robert Kneschke/fotolia.com)

 Mit zunehmendem Alter verändert sich der Organismus. Das führt häufig dazu, dass Arzneimittel weniger gut vertragen werden oder sogar unwirksam sind. Als Orientierungshilfe für Ärzte und Apotheker steht jetzt die dritte, überarbeitete Version des Klassifizierungssystems FORTA für eine optimierte medikamentöse Therapie älterer Menschen online

Um die medikamentöse Therapie älterer Menschen zu verbessern, wurde am Institut für Klinische Pharmakologie der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, unter der Leitung von Professor Dr. Martin Wehling, das Konzept „Fit-fOR-The-Aged“ (FORTA) entwickelt. Die jetzt in aktualisierter Version veröffentlichte FORTA-Liste teilt die Alterstauglichkeit von insgesamt 296 Substanzen für 30 alterstypische Erkrankungen nach ihrer Wirksamkeit und Verträglichkeit in vier Kategorien ein: A: unverzichtbar, B: vorteilhaft, C: fragwürdig, D: vermeiden.

Studien ausgewertet

In die Klassifizierung gehen Daten aus den nur spärlich vorhandenen klinischen Studien zur Eignung der Arzneimittel für ältere Patienten und die Nutzen-Risiko-Analyse in einer zusammenfassenden Expertenbewertung ein.

Die FORTA-Liste ist die derzeit einzige Arzneimittelliste, die sowohl positive (Chancen) als auch negative Empfehlungen (Risiken) für die Behandlung älterer Patienten enthält. Hierdurch werden nicht nur „schlechte“ Arzneimittel, die nicht mehr gegeben werden sollten (Übertherapie), sondern gerade auch „gute“, bei älteren Patienten erprobte Medikamente herausgehoben, die oft nicht gegeben werden (Untertherapie).

Das FORTA-Prinzip ist in mehreren Studien, zuletzt 2016 in einer randomisierten klinischen Studie (VALFORTA), positiv validiert worden. Es zeigte sich, dass aufgrund der verbesserten Pharmakotherapie Nebenwirkungen vermieden und das Befinden der Patienten deutlich verbessert werden konnte.

Die FORTA-Liste wurde als Orientierungshilfe vor allem für Ärzte, aber auch Apotheker mit Kenntnis der Patientendaten – etwa Krankenhausapotheker – entwickelt. Patienten dient sie nur zu Informationszwecken. Keinesfalls sollten die Betroffenen aufgrund dieser Liste ohne Rücksprache mit ihrem Arzt oder Apotheker ihre Medikation verändern.

FORTA-Liste in deutscher Sprache: 

www.umm.uni-heidelberg.de/klinische-pharmakologie/forschung/forta-projekt-deutsch/

FORTA-Liste in englischer Sprache:

www.umm.uni-heidelberg.de/klinische-pharmakologie/forschung/forta-projekt/