Wie gut hilft digitale Prävention?

Frau mit Kopfschmerzen
Frau mit Kopfschmerzen: Kann „M-sense“ präventiv die Kopfschmerztherapie ergänzen? (Foto: © drubig-photo – fotolia.com)

Können digitale Lösungen wie eine Smartphone-App dazu beitragen, Kopfschmerzen zu lindern? Um das herauszufinden, starten die Krankenkasse Barmer und die Deutsche Telekom gemeinsam ein umfangreiches Pilotprojekt unter wissenschaftlicher Begleitung der Berliner Charité.

Digitale Prävention – Wunsch oder Wirklichkeit? Das Pilotprojekt soll zeigen, ob die App „M-sense“ die Leiden von Kopfschmerz- und Migränepatienten mildern kann. In der App erfassen Betroffene eine Reihe relevanter Einflussfaktoren für Schmerzattacken, wie etwa Schlafverhalten, Wetter oder Stress sowie die Attacken selbst. „M-sense“ analysiert diese Informationen und erstellt ein persönliches Schmerzmuster. Anhand dieses Musters entwickelt die App individuelle Handlungstipps für die Nutzer. Vom Autogenen Training über Muskelentspannung bis zum Ausdauersport werden präventive Maßnahmen in Begleitung zur klassischen Therapie vorgeschlagen, um Intensität und Dauer künftiger Schmerzattacken zu reduzieren. Aus den persönlichen App-Protokollen können sich zudem Hinweise für die ärztliche Therapie ergeben.

Telekom-Mitarbeiter testen

Im Rahmen einer Kooperation zum betrieblichen Gesundheitsmanagement mit der Barmer werden an der Studie bis zu 1.000 von Kopfschmerzen oder Migräne betroffene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutschen Telekom teilnehmen. Sie sollen die App regelmäßig nutzen und neun Monate lang mittels medizinischer Fragebögen bewerten. Auch die in der App selbst erfassten Daten werden Aufschluss darüber liefern, ob „M-sense“ präventiv die Kopfschmerztherapie ergänzen kann. Die wissenschaftliche Untersuchung zur schon jetzt als Medizinprodukt zertifizierten App ist in ihrem Umfang bislang einzigartig.

Junge Erwachsene betroffen

Vor allem junge Erwachsene leiden unter Kopfschmerzen. 1,3 Millionen der 18- bis 27-Jährigen sind betroffen, wie der Barmer-Arztreport 2017 zeigt. Für die Studie werden daher hauptsächlich junge Mitarbeiter in den Telekom-Shops sowie Auszubildende des Konzerns die App nutzen.