Whatsin sucht nach unerwünschten Zusatzstoffen

Die Idee zu Whatsin hatte Gründer und Apotheker Maximilian Wilke. (Foto: Whatsin)

Die App Whatsin des Berliner Start-ups Vitalfunktion GmbH hilft Patienten bei der Suche nach Medikamenten ohne „kritische“ Inhaltsstoffe wie zum Beispiel Laktose, Gluten oder Gelatine. Die Lösung zählt zu den Finalisten beim Wittener Preis für Gesundheitsvisionäre.

Die App richtet sich an Patienten, die aus gesundheitlichen oder anderen Gründen auf derartige Stoffe verzichten müssen oder wollen. Neben Allergikern und Menschen mit Unverträglichkeiten sind das beispielsweise auch vegane Patienten. 

Laut einer aktuellen Studie des MIT in Boston enthalten 90 Prozent aller untersuchten Arzneimittel potenziell allergene Stoffe. Gleichzeitig geben mehr als 60 Prozent aller Menschen in Deutschland an, an Unverträglichkeiten zu leiden. Hier setzt die App Whatsin des 2018 gegründeten Start-ups Vitalfunktion an. Sie will Betroffenen eine verlässliche und intuitive Orientierung bei der Arzneimittelsuche bieten. Dazu legen die Nutzer zunächst in der App fest, auf welche Inhaltsstoffe sie verzichten wollen. Dann folgt die Suche wahlweise über das Anwendungsgebiet, den Medikamentennamen oder einfach per Smartphone-Kamera. Auf Basis der Angaben des Anwenders findet Whatsin aus mehr als 70.000 Medikamenten das passende Wunschprodukt heraus. 

Die App Whatsin sucht auf der Basis der Nutzer-Angaben aus mehr als 70.000 Medikamenten das passende Produkt heraus. (Foto: Whatsin)

Idee aus der Praxis

Die Idee für Whatsin entstand aus der beruflichen Praxis von Gründer und Apotheker Maximilian Wilke. „Immer mehr Menschen fragten nach Medikamenten ohne Laktose, Fruktose und Co. Und es gab keine adäquate Suchmöglichkeit – weder für Patienten noch für Apotheken oder Ärzte“, erinnert sich Wilke. „Das wollten wir ändern und haben deshalb Whatsin entwickelt.“ Die reine Entwicklungszeit der App betrug mehrere Monate. Vom ersten Konzept bis zur endgültigen Umsetzung verging über ein Jahr. Vorausgegangen waren zudem Marktanalysen sowie eine Patientenbefragung, die die Grundlage für die Gründungsentscheidung waren.

10.000 Mal heruntergeladen

Seit Mitte 2018 ist die App verfügbar und wurde bislang mehr als 10.000 Mal heruntergeladen. „Ein super Erfolg, auf den wir stolz sind“, so Wilke. 2019 hat die App den deutschen Apothekenpreis gewonnen. Zudem wird das Unternehmen von der Investitionsbank Berlin gefördert. „Zurzeit stehen wir in Gesprächen mit Krankenkassen, Herstellern und Verbänden“, erläutert der Gründer.

„Google“ für Arzneimittelsuche

Künftig soll Whatsin inhaltlich und funktionell weiter ausgebaut werden. „Neue Profile, verschiedene Sprachen, zusätzliche Funktionen, Erweiterung der Datenbank, um nur einige Themen zu nennen“, verrät Wilke. Langfristig hat das Start-up noch weitere, ehrgeizige Pläne: „Wir wollen das Tool zur wichtigsten Medizin-Suchmaschine machen – gewissermaßen zum ‘Google’ für die Arzneimittelsuche.“

Der Wittener Preis für Gesundheitsvisionäre wird in diesem Jahr zum fünften Mal verliehen. Whatsin zählt 2019 zu den Finalisten, die mednic.de als Medienpartner des Wettbewerbs vorstellt. Die drei Gewinner zeigen ihre Innovation auf der Medica in Düsseldorf.