„Was hab’ ich“: Internetplattform erhält Querdenker-Preis

Was hab' ich?-Gründertrio (von links):  Anja Bittner, Ansgar Jonietz, Johannes Bittner (Foto: Was hab’ ich/ Marcus Müller-Saran).

Für Laien oftmals unverständliche medizinische Fachbegriffe in allgemeinverständliche Sprache zu übersetzen hat sich die Seite „Was hab’ ich“ zur Aufgabe gemacht. Medizinstudenten ab dem achten Semester und Ärzte beteiligen sich ehrenamtlich an dem Projekt. Mit Erfolg, denn jetzt hat die Internetplattform einen Preis erhalten.

Beim 122. Internistenkongress hat Kongresspräsident Gerd Hasenfuß die Plattform „Was hab ich“  mit dem Querdenker-Preis ausgezeichnet. Der von der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) neu geschaffene Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Über 26.000 medizinische Befunde haben Medizinstudenten bei dem Projekt bereits in ehrenamtlicher Arbeit für Patienten in gut verständliche Sprache übersetzt. „Es ist nach wie vor ein Problem, dass Informationen vom Arzt beim Patienten nicht immer ankommen“, sagt Professor Hasenfuß, der die Klinik für Kardiologie und Pneumologie an der UMG, Universitätsmedizin Göttingen leitet. Zurück blieben nicht selten verunsicherte Patienten. Die Internetplattform will diesen Patienten  die Möglichkeit bieten, mit fachkundiger Unterstützung Fachtermini und Diagnoseschlüssel zu verstehen und damit einen Gegenpol zum Laienwissen in zahlreichen Foren setzen.

Das gemeinnützige Projekt hat den Preis erhalten, weil es ein niederschwelliges digitales Angebot ist, dass das Arzt-Patienten-Verhältnis nachhaltig verbessert.  Damit trägt die Plattform nach Einschätzung von DGIM-Generalsekretär Professor Dr. med. Dr h.c. Ulrich R. Fölsch dazu bei, dem Patienten Informationen an die Hand zu geben, mit denen sie auf Augenhöhe mit ihrem Arzt sprechen und eine gemeinsame Entscheidung über mögliche weitere Behandlungen treffen können. Mit dem Querdenker-Preis würdigt die DGIM kreative und innovativ denkende Personen, Organisationen oder Firmen, die mit ihren Ideen das Gesundheitswesen zukunftsweisend bereichern und befruchten, insbesondere im Bereich der digitalen Medizin. Das Unternehmen Custo Med stiftet das Preisgeld. Auch in Zukunft will die DGIM den Querdenkerpreis verleihen – vorzugsweise für besonders innovative und kreative Projekte aus der digitalen Medizin.