Vernetzte Verletztenversorgung inklusive Telemedizin

Im Schockraum erfolgt die Erstversorgung (Foto: Universitätsklinikum Ulm).

Um Verletzte besser versorgen zu können, haben sich unter der Federführung des Universitätsklinikums Ulm und des Bundeswehrkrankenhauses (BWK) Ulm zwölf Krankenhäuser zum Traumanetzwerk Ulm  zusammengeschlossen.

Durch den Zusammenschluss sollen Verletzte in der Region schneller und effizienter zu versorgt werden – egal wann und wo der Unfall passiert. Das Traumanetzwerk stellt bestimmte Standards in der Patientenversorgung und in den Abläufen sicher. Außerdem ist im Netzwerk geregelt, wo welche Patienten behandelt werden. Dadurch werden die Verletzten ohne Umwege in die passende Klinik gebracht und erhalten schneller Hilfe. Um die Patientenversorgung noch weiter zu optimieren, kommt außerdem seit Kurzem das Programm TKmed zum Einsatz.

Das teleradiologische System TKmed der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. (DGU) ermöglicht den digitalen Austausch von Bildmaterial via Internet. Wenn ein Patient verlegt werden muss, kann die Klinik mit Hilfe der Lösung bereits erstellte CT-Aufnahmen ohne Zeitverzögerung übermitteln. Dadurch liegen der behandelnden Klinik die Aufnahmen bereits vor dem Eintreffen des neuen Patienten vor. Beim traditionellen Weg werden Aufnahmen erst mit dem Patienten geliefert.

Schnellere Hilfe durch Telemedizin

Auch Zweitmeinungen oder Konsile von Spezialisten aus anderen Kliniken oder Praxen lassen sich dank der Lösung schnell und problemlos einholen. »Durch das Traumanetzwerk Ulm und den Einsatz von TKmed lässt sich bei der Behandlung von Unfallopfern wertvolle Zeit sparen – das kann im Ernstfall über Leben und Tod eines Patienten entscheiden«, sagt Professor Florian Gebhard, Ärztlicher Direktor des Zentrums für Klinik für Unfall-, Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie am Universitätsklinikum Ulm und Sprecher des Traumanetzwerks Ulm. Daher werde das Universitätsklinikum auch in Zukunft auf das Traumanetzwerk und modernste Lösungen zur effizienteren Patientenversorgung setzen.

Die Initiative TraumaNetzwerk DGU (TNW) wurde 2006 von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. (DGU) ins Leben gerufen. Das Ziel ist es, eine einheitlich hohe Behandlungsqualität zu sichern und durch die Vernetzung für eine noch schnellere und effizientere Versorgung von Patienten zu sorgen. Derzeit gibt es 51 zertifizierte Traumanetzwerke und bundesweit etwa 500 Traumazentren. Nach dreijähriger Vorbereitung wurden 2011 das Traumanetzwerk Ulm und alle teilnehmenden Kliniken nach den Vorgaben der DGU zertifiziert. Alle drei Jahre wird für die Traumanetzwerke ein Rezertifizierung fällig. Die Rezertifizierung erfolgt mit Hilfe eines digitalen Fragebogens und der Begehung des Klinikums durch eine unabhängige Zertifizierungsstelle der DGU.