Therapeutische Videospiele in der Pflege

Senioren spielen mit der memoreBox. (Foto: Barmer)

Die therapeutischen Videospiele der „memoreBox“ werden Teil der Regelversorgung. Pflegeeinrichtungen in ganz Deutschland können sich ab sofort für das von der Barmer geförderte computerbasierte Trainingsprogramm bewerben.

Mit der speziell für den Einsatz in der Pflege entwickelten Videospiele-Konsole können Pflegebedürftige ihre geistigen und körperlichen Fähigkeiten spielerisch stärken. Vor der Übernahme in die Regelversorgung wurde das vom Unternehmen RetroBrain entwickelte Programm mit rund 900 Seniorinnen und Senioren in mehr als 100 Pflegeheimen getestet. Wissenschaftlich begleitet und evaluiert wurde das Projekt von der Humboldt-Universität zu Berlin, der Alice Salomon Hochschule Berlin und der AG Alter und Technik der Charité Universitätsmedizin Berlin. 

Steigende Leistungsfähigkeit

„Die therapeutischen Videospiele der ‚memoreBox‘ machen die Seniorinnen und Senioren wieder leistungsfähiger und mobiler. Sie können sich signifikant besser selbst versorgen und allgemeine Tätigkeiten eigenständiger ausführen“ sagt Andrea Jakob-Pannier, Psychologin und Projektleiterin bei der Barmer. Bei mehr als der Hälfte der Nutzerinnen und Nutzer steige auch die Motivation zu sozialen Kontakten“. Die Barmer hat das Modellprojekt seit dem Jahr 2016 exklusiv im Rahmen des Präventionsgesetzes gefördert. 

Enormes Potenzial

Die Steuerung der therapeutischen Trainings funktioniere allein über Gesten oder Gewichtsverlagerungen. So seien auch Videospiele wie Motorradrennen oder Tanzen mit geringem körperlichen Einsatze möglich. „In der Pflege besteht ein enormes Potenzial für digitale Angebote. Neben dem therapeutischen Nutzen sollten sie vor allem einfach einsetzbar sein und die Lebensqualität der Pflegebedürftigen positiv beeinflussen“, so Jakob-Pannier. Die Studie habe gezeigt, dass fast zwei Drittel der Nutzerinnen und Nutzer sich durch das Training körperlich und geistig gut gefördert fühlten. Auch die Pflege- und Betreuungskräfte hätten die positiven Effekte bestätigt.