Telematikinfrastruktur entscheidender Erfolgsfaktor für eHealth

NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (MGEPA NRW) bei ihrer Eröffnungsrede des Fachkongresses. (Foto: Lippsmeier)

Der Aufbau der Telematikinfrastruktur (TI) ist ein entscheidendes Kernelement zur Weiterentwicklung des Gesundheitswesens in Richtung eHealth und die Voraussetzung für die sichere elektronische Vernetzung aller Beteiligten. Das verdeutlichte der Fachkongress „eHealth.NRW“, veranstaltet von der ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin GmbH.

„Die TI bietet die Chance durchgängige, patientenzentrierte Behandlungspfade technisch zu unterstützen und zeitnah relevante Behandlungsinformationen da bereitzustellen, wo die Patientinnen und Patienten sind“, so Lars Treinat, ZTG-Geschäftsführer Telematik. Bei dieser Weiterentwicklung des Gesundheitswesens müssten nicht nur alle Berufsgruppen, sondern auch die Bürger mit einbezogen werden.

Noch Verständigungsbedarf

Mit dem Anfang 2016 in Kraft getretenen E-Health-Gesetz wurde der zeitliche und inhaltliche Rahmen für die Einführung und Etablierung nutzerorientierten Telematik- und Telemedizinanwendungen abgesteckt. Der Startschuss soll noch in diesem Herbst erfolgen, unter anderem auch in Nordrhein-Westfalen. Auf dem Kongress beleuchteten Experten die Anwendungen und Komponenten der Telematikinfrastruktur aus unterschiedlichen Blickwinkeln, unter anderem aus der Perspektive von Ärzten, Apothekern, weiteren Gesundheitsberufsgruppen, Politik, der Wissenschaft sowie von Patienten.

Einig waren sich die Teilnehmer darüber, dass Zukunft des deutschen Gesundheitswesens digital ist. Nur durch die Vernetzung aller Akteure könne die Patientenversorgung auf qualitativ hohem Niveau bleiben oder sogar verbessert werden. Wie diese Anwendungen ausgestaltet werden sollten, um den größtmöglichen Nutzen für alle Beteiligten zu erreichen, wurde allerdings teils kontrovers diskutiert. Vor allem in puncto Rollenverständnis, Zugriffsrechte, Patiententeilhabe, Vergütungsregelungen müssen sich die beteiligten Parteien zum Teil noch aufeinander zubewegen. „Damit Patientinnen und Patienten möglichst schnell von nutzenstiftenden eHealth-Anwendungen profitieren können, müssen neue Wege beschritten werden“, sagt Rainer Beckers, ZTG-Geschäftsführer Telemedizin. Alle Beteiligten müssten den Mut haben, aufeinander zuzugehen und sich trotz ungewisser Vergütungsregelungen zu engagieren.