Schicke Arztpraxen erhalten weniger Empfehlungen

Grafik: Stiftung Gesundheit

Ein besonders gutes Erscheinungsbild einer Praxis führt dazu, dass Patienten sie seltener empfehlen. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommt die Studie „Ärzte im Zukunftsmarkt Gesundheit 2019“ der Stiftung Gesundheit.

Für die Studie haben Prof. Dr. Dr. Konrad Obermann, Forschungsleiter der Stiftung, sowie Analytiker Prof. Dr. Axel Faix von der Fachhochschule Dortmund rund 150.000 Arztbewertungen von Patienten untersucht. Ausschlaggebend für die Weiterempfehlung ist demnach vor allem der Arzt beziehungsweise die Ärztin selbst, gefolgt von einer guten Praxisorganisation und freundlichem Praxispersonal. 

Gute Bewertung – keine Empfehlung

Beim Erscheinungsbild der Praxis zeigte sich hingegen ein anderes Bild: „Je besser die Bewertung in dieser Hinsicht ausfiel, desto seltener empfahlen die Patienten den Arzt weiter“, so Obermann. Über die Gründe dafür können die Studienautoren nur spekulieren: „Vielleicht spielen dabei Elemente des sozialen Unbehagens, des Neids oder einer tief sitzenden Skepsis gegenüber Äußerlichkeiten eine Rolle – oder auch schlichtweg die Befürchtung, dass Hochglanz mit höheren Selbstzahlerkosten einhergeht.“

Die aktuelle Studie ist Teil der Reihe „Ärzte im Zukunftsmarkt Gesundheit“, mit der die Stiftung Gesundheit seit 2005 Trends und Entwicklungen im Gesundheitssektor untersucht. Die aktuelle Studie steht online zur Verfügung.