SAP übernimmt Kosten für Tumoranalyse

SAP-Firmenzentrale in Walldorf bei Heidelberg
SAP-Firmenzentrale in Walldorf bei Heidelberg. (Foto: SAP AG / Stephan Daub)

Wird bei einem Mitarbeiter des deutschen Softwarespezialisten SAP Krebs diagnostiziert, ermöglicht ein intern angebotenes Programm dem Betroffenen die molekulargenetische Analyse des Tumorgenoms. Daraus können sich Hinweise auf vielversprechende Therapien ergeben.

COPE („Corporate Oncology Program for Employees“) ist bei SAP das von Molecular Health entwickelte und durch das Institut für Immunologie und Genetik (IIG) in Kaiserslautern angebotene Mitarbeiterprogramm, das an Krebs erkrankte Mitarbeiter unterstützt. Im Rahmen von COPE ermöglicht SAP teilnahmeberechtigten Mitarbeitern kostenfrei und vertraulich Zugang zu einer individuellen molekulargenetischen Tumorprofilerstellung, die Ärzte bei der Auswahl personalisierter Behandlungsmöglichkeiten unterstützen soll.

Im Rahmen von COPE kommt „Molecular Health Guide“ (MH Guide) zum Einsatz: Die Software verarbeitet die genetischen Sequenzierungsdaten in kürzester Zeit und analysiert die Veränderungen im Tumorgenom des Patienten. MH Guide gleicht diese individuellen Erbgutinformationen mit dem gegenwärtig weltweit verfügbaren biomedizinischen Wissen ab. Das ermöglicht den behandelnden Ärzten auf Basis aktuellsten Wissens eine zum Tumorprofil passende Therapie mit dem potentiell höchsten Nutzen zu identifizieren und potenzielle Nebenwirkungen möglichst zu reduzieren.

Individuelle Therapieempfehlung

MH Guide unterstützt den Arzt somit in der effizienten Erarbeitung einer auf den individuellen Patienten zugeschnittenen Therapieempfehlung, die Therapieentscheidung obliegt aber weiterhin dem behandelnden Arzt. Der Patient bleibt dabei anonym. Patientenbezogene Daten werden weder Dritten noch dem Arbeitgeber bekannt gegeben. COPE wird von verschiedenen weltweit agierenden Unternehmen angeboten, um den Mitarbeitern einen kostenlosen Zugang zu einer molekularen Tumoranalyse zu ermöglichen.

„COPE selbst ist keine Therapie, aber das Programm gibt dem Arzt alle Informationen an die Hand, eine geeignete Therapieentscheidung zu treffen. Dies geschieht vor dem Hintergrund des genetischen Profils des Patienten. Dabei kann sich der Arzt darauf verlassen, dass immer der neueste Stand von Wissenschaft und Technik in den Vorschlag einfließt. Wir sehen darin einen nicht zu unterschätzenden Mehrwert für unsere betroffenen Kollegen“, erklärt Dr. Natalie Lotzmann, Global Vice President HR, Head of Global Health Management, SAP.

Personalisierte Medizin voranbringen

Dank neuer Technologien für die molekulargenetische Analyse und klinische Interpretation können Krebspatienten heute eine wesentlich effizientere Behandlung erhalten als früher. Mit dem COPE-Programm will SAP die personalisierte Medizin voranbringen. Das Angebot verdeutlicht soll auch verdeutlichen, dass die Lösung SAP HANA die Entscheidungsgrundlage für Behandlungen verbessern kann.

Etwa 45 Prozent der Männer und 35 Prozent aller Frauen erkranken im Laufe ihres Lebens an Krebs.