Patientenmonitoring-Trends für bessere Versorgung

Patientenmonitoring ist auf dem Vormarsch. (Foto: PhotoPlus+ - Fotolia.com)

Bessere Behandlungsergebnisse und positive Auswirkungen auf die Gesundheit versprechen Lösungen rund um Patientenmonitoring (PM). Das gilt auch dort, wo der Zugang zu Krankenhäusern und Kliniken schwierig ist. Die Studie „Patient Monitoring Industry-Analysis of Investment and Trends“ von Frost & Sullivan hat den Markt jetzt untersucht.

Das Patientenmonitoring hat sich vom Ad-hoc- hin zum kontinuierlichen Monitoring mehrerer Parameter entwickelt. Das hat zu einem Anstieg an unverarbeiteten und nicht organisierten Daten geführt, die Ärzten für die Entscheidungsfindung zur Verfügung stehen. Big Data Analytics und andere Analyselösungen helfen dabei, aus diesen Daten verwertbare Informationen zu gewinnen. In diesem Zusammenhang ist Predicitve Analytics nach Ansicht der Marktforscher eine besonders wichtige Technologie, da sie nicht nur den aktuellen Gesundheitszustand des Patienten abbildet, sondern auch zukünftige Krankheiten vorhersagt. 

Wachstumsmarkt Patientenmonitoring

„MHealth gewinnt aktuell schnell an Fahrt. Wir erwarten, dass sich bis 2025 Wearables, Telemedizin, Social Media und Patient Engagement bei mehr als der Hälfte der Bevölkerung in den Industrieländern durchgesetzt haben wird”, sagt Sowmya Rajagopalan, Advanced Medical Technologies Global Director. „Der Markt für Patientenmonitoring wird bis 2025 voraussichtlich ein Volumen von mehr als 350 Milliarden US-Dollar erreichen, und der Schwerpunkt dürfte über den Verkauf von Geräten hinaus auf den Lösungen liegen.“ 

Medical Wearables sind in Europa auf dem Vormarsch. Die Studienautoren gehen davon aus, dass kardiale Wearables den größten Anteil an Wearables nach Anwendungsbereichen haben werden. 

„In Zukunft werden Patientenüberwachungsdaten mit gleichartigen Datenströmen von zahlreichen anderen Sensoren kombiniert, da fast jede Lebensfunktion überwacht und ihre Daten erfasst und gespeichert werden“, so Rajagopalan. Nutzbar gemacht werden die Daten durch Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI), Machine-Learning, um gezielte, ergebnisorientierte Therapien zu ermöglichen.

Diese Technologien treiben den Markt

Zusätzlich zu diesen Technologien werden sich die Entwickler von Patientenmonitoring-Lösungen nach Einschätzung der Marktforscher auf die Integration disruptiver Technologien konzentrieren. Dazu zählt die Gehirn-Computer-Schnittstelle (Brain-computer interface = BCI). Sie erfasst und misst die Informationen, um den psychologischen Zustand oder den emotionalen, kognitiven Zustand einer Person zu analysieren. 

Die Zunahme der chronischen Erkrankungen und eine Verschiebung des Schwerpunkts von der Behandlung hin zur Prävention treiben zudem die Wearables/Embedded/Biosensors voran. Zu den Hauptanwendungen gehören kontinuierliches Glukosemonitoring, Blutdruckmessgeräte, Pulsoximeter und EKG-Monitoring.

Smart Prosthetics/Smart Implants sind entscheidend für das Patientenmanagement nach einer Operation oder Rehabilitationsbehandlung. Sie helfen bei der Messung der wichtigsten Parameter zur Unterstützung der Beobachtung und frühzeitigen Intervention, um Wiederaufnahme oder Komplexität zu verhindern.

Digitale Pillen und Nanoroboter dienen dem Monitoring der Medikamenteneinnahme, um das teure und seit langem bestehende Problem der Nichteinhaltung der Behandlung zu lösen.

Smarte Materialien werden ebenfalls immer wichtiger für den Bereich Patientenmonitoring, insbesondere die Wundbehandlung, Herzmonitoring und psychische Erkrankungen.

Alle diese Technologien und Innovationen zielen darauf ab, dem Patienten und der medizinischen Einrichtung einen messbaren Mehrwert in Echtzeit zu bieten. Bei künftigen Innovationen wird es nach Einschätzung der Studienautoren vor allem um eine umfassende Personalisierung und Verfügbarkeit gehen.