Online-Ratgeber informiert zu Demenz bei jüngeren Menschen

Wenn Menschen jung an Demenz erkranken, stellt das die Angehörigen vor besondere Herausforderungen. (Foto: vege - Fotolia.com)

Angehörige von jung an Demenz erkrankten Menschen unterstützen soll ein Online-Ratgeber, den die Deutsche Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) kostenlos unter www.ratgeber-junge-demenz.de zur Verfügung stellt.

In Deutschland leben heute etwa 1,6 Millionen Menschen mit Demenzerkrankungen. Ungefähr 60 Prozent von ihnen davon leiden an einer Demenz vom Typ Alzheimer. Die Zahl der Demenzkranken wird bis 2050 auf 3 Millionen steigen, sofern kein Durchbruch in der Therapie gelingt. In den meisten Fällen beginnen Demenzen erst im höheren Lebensalter. Wenn jedoch ein Patient bereits im berufstätigen Alter an einer Demenz erkrankt, stellt das die Angehörigen vor große Herausforderungen. Der Beruf muss aufgegeben werden, Kinder müssen den langsamen Verlust eines Elternteils miterleben und die ganze Lebensplanung wird infrage gestellt.

In dem europäischen Projekt RHAPSODY  (Research to Assess Policies and Strategies for Dementia in the Young) wurde daher ein Online-Ratgeber zur Demenz im jüngeren Lebensalter in Form eines E-Learning Angebots in drei Sprachen entwickelt. Er soll insbesondere Angehörige der Betroffenen dabei helfen, das gemeinsame Leben mit der Krankheit zu gestalten und bietet Informationen zu medizinischen Aspekten, zum Umgang mit den Erkrankten, zu rechtlichen Fragen und Unterstützungsangeboten. Darüber hinaus sollen Angehörige dabei unterstützt werden, mit den Veränderungen in der Beziehung zu den Erkrankten umzugehen dabei auch sich selbst nicht zu vergessen.

Kaum Angebote

„In Deutschland gibt es bisher kaum Informationsangebote zur Demenz im jüngeren Lebensalter“, sagt Sabine Jansen, Geschäftsführerin der DAlzG. „Ich freue mich deshalb, dass wir als Partner im Projekt RHAPSODY an der Entwicklung dieses multimedialen Informationsangebots mitwirken konnten, das eine wichtige Lücke schließt.“ Darüber hinaus sei allerdings noch weit mehr Aufmerksamkeit für das Thema und die Entwicklung neuer Unterstützungsangebote erforderlich, um die Situation von jung an Demenz erkrankten Menschen und ihren Familien zu verbessern.