Neues Projekt zum Arzneimittelkonto NRW

Ärztin im Gespräch mit Patient
Arzneimittelkonto NRW: Mehr Sicherheit für chronisch kranke Menschen. (Foto: © Gina Sanders/fotolia.com)

Ein vom Gesundheitsministerium NRW gefördertes Projekt soll dazu beitragen, die Arzneimittelversorgung und Therapiesicherheit bei Senioren zu verbessern. Ein digitaler Medikationsplan auf Basis eines Arzneimittelkontos soll helfen, dass ambulant betreute oder in einer Pflegeeinrichtung versorgte, ältere Patienten nicht falsch oder unzureichend behandelt werden.

Ziel ist es, auf Basis der positiven Ergebnisse des Vorprojektes den Nutzen eines zentralen Arzneimittel-Kontos durch die Einbindung verschiedener Leistungserbringer weiter zu optimieren. Erreichen will man während der dreijährigen Projektphase, dass Versorgungsprozesse optimiert werden und sich somit unter dem Strich die Lebensqualität der Patienten verbessert. Speziell ältere und chronisch kranke Menschen, die häufig mehrere Medikamente einnehmen, sollen von der erhöhten Arzneimitteltherapiesicherheit profitieren.

e-Health Vorreiter

Das Projekt Arzneimittelkonto NRW verbindet den digital austauschbaren Medikationsplan und eine Patientenakte mit intersektoralen Prozessen rund um verbesserte Interaktionsprüfungen. Dadurch sieht sich das Projekt in einer Vorreiterrolle zu aktuellen Aktivitäten im Gesundheitswesen, wie etwa dem im Herbst 2015 verabschiedeten e-Health Gesetz der Bundesregierung.

Als Konsortialführer koordiniert die Koblenzer CompuGroup Medical Managementgesellschaft das Projektteam. Mit der CGM Clinical Deutschland GmbH (ehemals Systema) und Lauer-Fischer sind zwei weitere Softwareanbieter der Koblenzer Unternehmensgruppe beteiligt. Der Starnberger Lösungsanbieter Pharmatechnik GmbH & Co. KG komplettiert die Gruppe der Softwarehäuser im Projekt. Die Knappschaft ist der Partner für die Rekrutierung von Patienten im Pilotbetrieb. Die wissenschaftliche Begleitung und Evaluation liegt bei der Universität Bielefeld, Lehrstuhl für „Gesundheitsökonomie und Gesundheitsmanagement“ von Prof. Dr. Wolfgang Greiner.

Stichwort Arzneimittelkonto NRW

Im Rahmen des vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen geförderten Projektes „Multidisziplinäre Arzneimittelversorgung und Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) für ältere Mitbürger und Mitbürgerinnen“ (kurz: Arzneimittelkonto NRW) werden Ärzte, Apotheken und Pflegeheime in ihrer Zusammenarbeit digital unterstützt und Patienten sowie ihre Angehörigen aktiv mit einbezogen. In den jeweiligen IT-Systemen sollen sich die neuen Funktionen reibungslos und ohne jeden Mehraufwand in den Arbeitsalltag integrieren.

Zu diesem Zweck wird das Arzneimittelkonto NRW nicht nur für teilnehmende Apotheken und Heime sowie Angehörige erweitert, sondern nutzt auch ein leistungsfähiges Austauschformat für die relevanten Medikationsdaten: Verordnungen, Abgaben, Medikationspläne und Ergebnisse von AMTS-Checks für die intersektorale Zusammenarbeit. Hierbei setzen die Beteiligten auf die offene AMTS-Schnittstelle von ADAS, bvitg und weiteren Playern. Diese wird im Arzneimittelkonto NRW erstmals implementiert und mit den Erfahrungen im Pilotbetrieb weiter optimiert.