Hirndruckmonitoring für die Heimanwendung

Das neue Hirndruckmonitoring-Gerät von Raumedic kann vom Patienten zuhause angewendet werden. (Foto: Raumedic)

Ein Hirndruckmonitoring-Gerät für die Heimanwendung hat der Medizintechnikhersteller Raumedic jetzt auf den Markt gebracht. Mit dem Raumed Home ICP können Patienten ortunabhängig den Druck im Schädelinneren, den sogenannten intrakraniellen Druck (intracranial pressure, ICP) messen.

Das auf der Medica in Düsseldorf gezeigte Gerät (Halle 11, Stand G42) hat vor Kurzen seine CE-Kennzeichnung erhalten. Es misst den Druck mithilfe eines implantierten Telemetriekatheters. Entwickelt wurde es insbesondere für Menschen, die an Hydrocephalus leiden. Bei dieser Erkrankung sind die mit Hirnwasser gefüllten Flüssigkeitsräume stark vergrößert. Das neue System soll die Diagnose dieses und ähnlicher Krankheitsbilder erleichtern und Hinweise für die Therapie liefern. 

Raumed Home ICP wiegt 230 Gramm, ist in etwa so groß wie ein Smartphone und soll unter anderem Hydrocephalus-Patienten ein aktiveres Leben ermöglichen. (Foto: Raumedic)

Ortsunabhängiges Neuromonitoring

Voraussetzung für das Hirndruckmonitoring ist ein etwa 20-minütiger Eingriff. Bei diesem Eingriff implantiert der Neurochirurg einen Katheter vollständig unter die Kopfhaut des Patienten. Zur Aufzeichnung und Speicherung der Hirndruckdaten wird die ringförmige Reader-Antenne des Messgeräts dann über den Katheter gelegt. Eine Tätigkeit, die der Patient selbst im eigenständig im häuslichen Umfeld durchführen kann. Am Bedienfeld lassen sich bestimmte Tätigkeiten und Ereignisse, darunter Schlafen, Essen, Kopfschmerzen, Übelkeit oder Sport auswählen.

Bestimmte Tätigkeiten oder Ereignisse wie Kopfschmerzen kann der Patient für die Messung per Knopfdruck auswählen und speichern. (Foto: Raumedic)

Wertvolle Erkenntnisse

„Was bisher nur in der Klinik möglich war, kann jetzt auch von zuhause aus erfolgen. Während der Patient alltäglichen Aktivitäten nachgeht, überwacht Raumed Home ICP kontinuierlich seinen Hirndruck“, sagt Ingo Bartels, Leiter des Bereichs Neuromonitoring bei Raumedic. Die Wissenschaft gehe davon aus, dass Neurochirurgen gerade in diesen aktiven Phasen sowie bei konkreten Ereignissen wichtige Erkenntnisse für die Behandlung erhalten zu können.

Die durch das Hirndruckmonitoring-Gerät aufgezeichneten Werte werden vom Arzt noch mit Befunden aus anderen etablierten Diagnoseverfahren abgeglichen. „Die selbstgemessenen Daten liefern dem Mediziner – zusammen mit Informationen aus weiteren Behandlungen – eine fundierte Entscheidungsgrundlage, um geeignete therapeutische Maßnahmen abzuleiten“, erklärt Bartels.

Einfache Handhabung

Bei der rund vierjährigen Produktentwicklung hat sich Raumedic stark an den Bedürfnissen von Patienten und behandelnden Ärzten orientiert. Das so entstandene Produkt soll deshalb handliches Design mit einfacher Bedienführung verbindnt und gleichzeitig realistische Messdaten liefern. „Unser Telemetriekatheter misst einen parenchymalen Absolutdruck. Fehlerquellen und Probleme von konventionellen Systemen, wie aufwändiges Katheterspülen, ungenaue Nullpunkteinstellung oder Artefakte durch Katheter- und Patientenbewegungen, können daher nicht auftreten“.