Fitness-Tracker: Gründe für den Nutzungsabbruch

Forscher haben untersucht, warum Menschen die Nutzung von Fitness-Trackern beenden. (Foto: Bits and Splits - Fotolia.com)

Was sind die Gründe dafür, dass Menschen die Nutzung von Fitness-Trackern beenden? Das haben nun Forscher untersucht und festgestellt, dass zum Beispiel ein Urlaub häufig dazu führt, dass Menschen das Tracking beenden.

Fitness-Tracker sind beliebt und tragen dazu bei, eigene sportliche Leistungen zu kontrollieren oder zu mehr Bewegung zu motivieren. Trotzdem legt etwa ein Drittel der Nutzer den Tracker bereits nach kurzer Zeit wieder zur Seite. Warum das so ist, haben Prof. Dr. Thomas Franke, Professor für Ingenieurpsychologie und Kognitive Ergonomie am Institut für Multimediale und Interaktive Systeme der Universität zu Lübeck, und Christiane Attig, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Psychologie der Technischen Universität Chemnitz, untersucht.

Motivationsverlust und Veränderungen

Die Forscher haben herausgefunden, welche Gründe besonders sicher zur Beendigung des Tracker-Gebrauchs führen. Dazu haben sie 159 ehemalige Nutzer befragt. Die meisten gaben Motivationsverlust als Grund dafür an, den Fitness-Tracker nicht mehr zu verwenden. Auf Platz zwei folgte die Unterbrechung der Nutzungsroutine, beispielsweise durch Urlaub, Krankheit oder sonstige Änderungen der Lebensumstände, die das Tracken unmöglich oder unwichtig machen. Dazu zählt neben einer Schwangerschaft auch der Beginn einer neuen beruflichen Tätigkeit. „Jeweils über ein Drittel der Personen gaben außerdem an, dass wahrgenommene Messungenauigkeiten, geringer Tragekomfort sowie ein unattraktives Design dazu beigetragen haben, dass sie ihren Tracker nicht mehr nutzen“, so Attig.

Tracker nicht mehr nötig

Nicht jede Nutzungsbeendigung erfolgt übrigens aus negativen Gründen. Rund ein Drittel der Studienteilnehmer gab an, dass die Alltagsbewegung oder der Sport zur Gewohnheit geworden und der Tracker insofern nicht mehr erforderlich sei.

Darüber hinaus haben die Wissenschaftler herausgefunden, dass die ehemaligen Nutzer ihr  ihr Fitness-Armband im Schnitt intensiv verwendet haben: 97 Prozent haben damit ihre gesamte Alltagsaktivität erfasst, 77 Prozent trugen es an sieben Tagen in der Woche und 56 Prozent an mehr als 23 Stunden am Tag. Über 70 Prozent gaben außerdem an, dass sie sich vorstellen können, in Zukunft die Nutzung erneut zu beginnen. 

Vorschläge für eine nachhaltige Tracker-Nutzung

„Dass so viele Personen angaben, eines Tages wieder mit dem Tracken weiterzumachen, zeigt, dass auch die ehemaligen Nutzenden den Wert eines Fitness-Trackers durchaus weiterhin zu schätzen wissen. Aber es gibt einige Barrieren, die die Ausschöpfung des vollen Potenzials erschweren, und die wir durch diese Studie sichtbar machen konnten“, sagt Prof. Thomas Franke. Die Wissenschaftler empfehlen den Herstellern der Tracker daher, das Feedback bedeutsamer zu gestalten. „Statt bloßer Zahlen, von denen man sich möglicherweise sogar abhängig macht, sollte der Tracker zurückmelden, welche positiven Auswirkungen die Schritte ganz konkret auf das körperliche und psychische Wohlbefinden haben.“ Mit anderen Worten: Die Rückmeldung des Armbandes soll die Motivation zum Erfassen der Daten aus eigenem Antrieb heraus stärken. „Nicht nur: Was habe ich geschafft, sondern auch: Warum ist es super, dass ich es geschafft habe“, ergänzt Attig.

Auch eine größere Transparenz hinsichtlich der Messung und der Weitergabe persönlicher Daten, beispielsweise an Krankenkassen oder Anbieter weiterer Apps sind wichtig, um die Attraktivität von Tracking für die Nutzer zu erhöhen.

Ihre aktuellen Forschungsergebnisse haben die Wissenschaftler im „Computers in Human Behavior“ veröffentlicht. Im nächsten Schritt wollen sie herausfinden, inwieweit die Persönlichkeit der ehemaligen Nutzer eine Rolle bei der Entscheidung spielt, mit dem Tracken aufzuhören.