Erste Praxis an die Telematikinfrastruktur angebunden

Notebook mit Netzwerkkabeln und Stethoskop
Die Praxis von Dr. Wolfgang von Schreitter in Neuss wurde jetzt an die neue Telematikinfrastruktur angebunden (Foto: © fotodesignart - fotolia.com)

Das Unternehmen CompuGroup Medical hat die erste Arztpraxis an die neue Telematikinfrastruktur im Gesundheitswesen angebunden. Mehrere tausend weitere Praxen sollen zeitnah folgen.

Der erste niedergelassene Arzt, dessen Praxis erfolgreich an die Telematikinfrastruktur angebunden wurde, ist Dr. Wolfgang von Schreitter. Durchgeführt wurde die Erstinstallation von speziell geschulten Technikern der CompuGroup Medical Deutschland AG (CGM). In der Praxis wurde der erste Abgleich der Versichertenstammdaten eines Patienten, und somit die erste Anwendung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK), im Produktivbetrieb der TI erfolgreich durchgeführt.

Nachdem die CompuGroup Medical Deutschland AG (CGM) als erster Anbieter für alle notwendigen TI-Komponenten und –Dienste die Zulassung über die Gematik erhielt, startet das Unternehmen nun die Installationen in den Arzt- und Zahnarztpraxen. Bereits im kommenden Jahr sollen alle Ärzte und Zahnärzte in Deutschland im hochsicheren Netz der Telematikinfrastruktur geschützt arbeiten.

Die neue Telematikinfrastruktur bietet einen sicheren Raum für die Vernetzung von Ärzten, Psychotherapeuten, Krankenhäuser, Apotheken und Krankenkassen. Nur hierdurch werden künftig weitere E-Health-Anwendungen mit dem Ziel eines sicheren Datenaustauschs und einer sektorenübergreifenden Kommunikation möglich sein. Nach dem Versichertenstammdatenmanagement, als erste Anwendung, sollen im kommenden Jahr das Notfalldatenmanagement, der elektronische Medikationsplan und etwas später die elektronische Patientenakte folgen.

Patientenakte gilt als Meilenstein

Die Einführung der elektronischen Patientenakte gilt dabei als besonderer Meilenstein. Sie ist der zentrale Baustein, wenn es um die Digitalisierung des Gesundheitswesens geht. Die elektronische Patientenakte soll die medizinischen Daten eines Patienten zusammenführen und damit eine erheblich verbesserte Informationsbasis für Ärzte, Pflegedienste, Krankenhäuser und alle weiteren, an der Gesundheitsversorgung beteiligten Akteure schaffen. Ziel ist es dabei, dass der Patient künftig erstmals selbst “Herr über seine Daten” ist. Er alleine soll bestimmen können, welche medizinischen Leistungserbringer auf seine hinterlegte medizinische Historie zugreifen dürfen.

Mehr als nur Stammdaten-Abgleich

Schon heute hat die Anbindung der Praxis an die Telematikinfrastruktur Vorteile. Uwe Eibich, Vorstand der CompuGroup Medical Deutschland AG, erklärt: „Die TI kann heute schon mehr als ‚nur‘ Versichertenstammdaten abzugleichen. Wer einen Konnektor hat, hat auch den Zugang zum KV SafeNet, er muss sich nur noch anmelden. Mediziner können dann bereits Dienste wie den elektronischen Arztbrief, die Ein-Klick-Abrechnung, die Online-Abrechnung mit den Berufsgenossenschaften oder auch unsere CGM Life E-Services nutzen. Für die nächsten Anwendungen des E-Health-Gesetzes, also Notfalldatenmanagement und elektronischer Medikationsplan müssen die Spezifikationen und auch die Finanzierungsvereinbarungen noch vereinbart werden, dann werden wir sie im kommenden Jahr entwickeln.“