Digitalisierung verbessert Pflege von Beatmungspatienten

Digitale Dokumentation soll dazu beitragen, die Pflege von Beatmungspatienten zu verbessern. (Foto: BillionPhotos.com - Fotolia.com)


Intersektorale Zusammenarbeit und zunehmend komplexe Abläufe sind in der Pflege von Beatmungspatienten Alltag. Digitale Dokumentation könnte künftig dazu beitragen, die Pflege dieser Patienten zu verbessern. Das zeigen zwei jetzt abgeschlossene Projekte.

Zur besseren Versorgung von Beatmungspatienten wurde im Projekt eVent@home erstmals die gleichnamige Dokumentations- und Kommunikationssoftware eingesetzt. Das Projekt wurde mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. Die Software dokumentiert Informationen über die Behandlung, Medikation sowie Vitalparameter von Beatmungspatienten. Diese Informationen überträgthttp://www.smart-q.de eVent@home in Echtzeit über eine standardisierte Schnittstelle in Echtzeit an interoperable E-Health-Systeme. Zu diesem Zweck wurde in Kooperation mit HL7 Deutschland, der Deutschen Interdisziplinären Gesellschaft für außerklinische Beatmung (DIGAB) und dem Deutschen Institut für Normung (DIN) eigens ein neuer Standard entwickelt. 

Höhere Zufriedenheit in der ambulanten Pflege

In das jetzt nach dreijähriger Laufzeit beendete Pilotprojekt waren vier ambulante Intensivpflegedienste eingebunden. Es zeigte sich, dass die Pflegedienste mit digitalisierten Patientendaten innerhalb des Projekts effizienter arbeiten konnten als eine Kontrollgruppe mit herkömmlicher Dokumentation. Das bestätigt die wissenschaftliche Auswertung durch das Competence Center eHealth der Hochschule Niederrhein. Trotz des Schulungsaufwandes sparten die Pflegedienste demnach mit der digitalen Dokumentation Kosten in dreifacher Höhe des Aufwandes. Zudem führte die Zeitersparnis bei der Dokumentation zu einer höheren Zufriedenheit der betroffenen Pflegekräfte und Patienten.

Erster Praxistest in der Klinik

Auch im klinischen Umfeld wurde die Dokumentations- und Kommunikationssoftware nun einem ersten Praxistest unterzogen. Ein Krankenhaus in Nordrhein-Westfalen hat die Lösung stationär erprobt. Auf Basis des Feedbacks soll die Software nun weiterentwickelt werden. Weitere Testläufe sind bereits geplant. „Unsere aktuellen Versuchsergebnisse sprechen für den wertvollen Beitrag, den moderne E-Health-Software in komplexen und interdisziplinären Einsatzfeldern leisten kann“, sagt Daniel Zenz, Geschäftsführer der smart-Q Softwaresysteme GmbH.