Digitalisierung soll Personalnot mindern

Pflegefachkraft bei der Pflegedokumentation
Bevorstehende Fachmesse DMEA: Besucher des Nuance Standes A-107 in Halle 4.2. können sich über den Nutzen sprachbasierter Lösungen für die Pflegedokumentation informieren. (Foto: Getty Images/Nuance)

Der Spezialist für Spracherkennung Nuance sagt: Eine digitale Informationserfassung kann das Pflegepersonal entlasten und somit dazu beitragen kann, die Personalnot zu entschärfen. Angesichts stark wachsender Patientenzahlen in der Pflege bestehe hier massiver Handlungsbedarf.

In Deutschland fehlen aktuellen Zahlen zufolge rund 25.000 Fach- und 10.000 Hilfskräfte in der Pflege. Auf der Fachmesse DMEA 2019 in Berlin will Nuance angesichts dieser Problematik aufzeigen, wie die Spracherkennungs-Lösung Dragon Medical Direct die Pflegekräfte entlasten und dazu beitragen kann, die Personalsituation zu verbessern. Außerdem stellt Nuance Dragon Medical Forms vor: intelligente E-Formulare, die zu strafferen, papierlosen Prozessen führen sollen. 

Die webbasierte Lösung soll Probleme lösen, die sich beim Digitalisieren, Ausfüllen, Verwalten und Verteilen von Formularen ergeben. So können Mitarbeiter jederzeit auf aktuelle und einheitliche Formulare zugreifen, Daten und Signaturen werden direkt am Behandlungsort erfasst und das Risiko von fehlenden Formularen und Fehlern bei der neuerlichen Eingabe der Daten in ein digitales Format wird ausgeräumt. 

„Eine deutschlandweite Untersuchung in Krankenhäusern hat ergeben, dass Pflegedokumentation 36 Prozent der Arbeitszeit des Pflegepersonals in Anspruch nimmt. Indem Informationen mithilfe von Spracherkennung digital erfasst und anschließend die Dokumentationsprozesse angepasst werden, könnten Mitarbeiter wertvolle Zeit sparen; dies kann dem akuten Pflegekräftemangel zumindest teilweise entgegenwirken“, meint Nuance-Geschäftsführer Healthcare DACH Martin Eberhart.

Expertenrunde auf der DMEA

Dem Transformationspotential von Spracherkennung für die Prozesse in der Pflege und im ärztlichen Bereich widmet sich am 9. April 2019 um 17 Uhr eine Expertenrunde auf der DMEA 2019. Dabei geht es auch um neue Anforderungen an die medizinische und pflegerische Dokumentation. Konkret wird diskutiert, wie durch Künstliche Intelligenz die Ärzte und Pflegekräfte aktiv bei der Erledigung der Dokumentation unterstützt werden können. Die Veranstaltung findet im Messebereich des Bundesverbandes Gesundheits-IT (bvitg) statt.

Teilnehmer der DMEA-Expertenrunde

Dr. med. Markus Vogel, Chefarzt Krankenhaus Neuwerk/Augustiner Gruppe

Heinrich Recken B.A., Leiter des Studienzentrums Essen der Hamburger Fern-Hochschule und Projektleiter des BMAS finanzierten Projekts “Sprint-Doku”

Dr. rer. nat. Norbert Reithinger, Forschungsbereich Kognitive Assistenzsysteme des Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI)

Dr. Nils Lenke, Senior Director Innovation Management, Nuance Communications

Dringender Handlungsbedarf

„Der Einsatz von Spracherkennung kann nur eine von vielen Maßnahmen sein, um die Pflege in Deutschland zukunftssicher zu machen. Denn bis 2030 wird die Anzahl der pflegebedürftigen Menschen um 50 Prozent steigen; insgesamt werden dann 3,4 Millionen Menschen von Pflegeeinrichtung versorgt werden müssen. Es ist also höchste Zeit zu handeln, damit Pflegende sich bald wieder auf den Hauptaspekt ihrer Arbeit konzentrieren können: Die Menschen“, betont Martin Eberhart.