Stimmungserfassung per Smartphone

Mann versendet Emojis von Smartphone
Smartphone-Nutzer: Stimmungserfassung fehlt bislang (Foto: © Mego-studio/fotolia.com)

Apps zur Stimmungserfassung könnten künftig dabei helfen, unseren Alltag zu strukturieren. Wissenschaftler der Universität Duisburg-Essen (UDE) suchen nun Probanden, die ihrem Smartphone ehrlich antworten, wenn es fragt: „Wie geht es dir?“

Uhren, die unsere Aktivität nachhalten, gehören längst zum Alltag. Doch während wir unsere körperliche Gesundheit oft minutengenau prüfen und fördern wollen, lassen wir unsere Seele oft im Stich. Apps zur Stimmungserfassung wollen das ändern: Sind wir über längere Zeit niedergeschlagen, könnte uns das System sanft dazu animieren, zum Arzt zu gehen, bei guter Stimmung schlägt es eine Fahrradtour fürs Wochenende vor. Arbeit organisieren, Freizeit planen, aber auch die eigene Gesundheit im Auge behalten – all das sollen Apps zur Stimmungserfassung künftig vereinfachen.

Die Stimmung tracken

Die Doktorandin Helma Torkamaan von der Arbeitsgruppe „Interaktive Systeme“ an der UDE sucht derzeit Probanden, die mindestens zwei Wochen lang die Nutzeroberfläche ihrer App „PAX Mood Tracker“ testen: Dazu gibt es je einen Fragebogen zu Beginn und Abschluss der Testphase sowie zweimal am Tag die Aufforderung, die momentane Stimmung einzugeben. Hierfür hat sie neun verschiedene Varianten entwickelt: Schriftliche Abfragen, interaktive Eingaben oder auch eine bildgestützte Kommunikation.

Der PAX Mood Tracker ist zu Studienzwecken kostenfrei für Android-Smartphones herunterzuladen. „Noch kann er die Stimmung der User aber nicht vorhersagen“, erläutert Torkamaan. „Zunächst geht es nur darum, die am besten geeignete Nutzeroberfläche für die Erfassung der Stimmung zu finden.“ In einer Folgestudie soll die App bereits Aktivitäten empfehlen, um die Stimmung des Nutzers zu verbessern.

Datenschutz von Anfang an im Blick

Während der Studie werden die Nutzerdaten anonym gespeichert, um den Erfolg des jeweiligen Abfragesystems bewerten zu können. „In der fertigen App wollen wir alle Daten aber nur lokal beim jeweiligen Nutzer speichern lassen“, hebt die 31-Jährige Wissenschaftlerin hervor. Dem Datenschutz wird folglich von Anfang an große Bedeutung eingeräumt. Bei Activity Trackern wird regelmäßig kritisiert, dass der Datenschutz nicht im Sinne der Nutzer geregelt ist.

Der Mood Tracker zum Download für Android-Smartphones kann im Google Play-Store geladen werden: http://tinyurl.com/paxmood