Demenz-Spiel neunfach prämiert

Jason Romeyko (Saatchi & Saatchi), Prof. Dr. Michael Hornberger (University of East Anglia) und Hans-Christian Schwingen (Deutsche Telekom)
Neun Cannes Löwen: Jason Romeyko (Saatchi & Saatchi), Prof. Dr. Michael Hornberger (University of East Anglia) und Hans-Christian Schwingen (Deutsche Telekom) freuen sich mit einer Jurorin. (Foto: Deutsche Telekom)

Auf dem Cannes Lions International Festival of Creativity wurden die Deutsche Telekom und die Werbeagentur Saatchi & Saatchi jetzt für ihre Initiative #gameforgood mit dem der Demenzforschung dienenden, mobilen Spiel „Sea Hero Quest“ ausgezeichnet.

Das Cannes Lions International Festival gilt als eine der renommiertesten Veranstaltungen für die Werbebranche. Hier erhielten die Deutsche Telekom und die Agentur Saatchi & Saatchi jetzt einen goldenen, fünf silberne und drei bronzene Löwen. Die Initiative #gameforgood und das Spiel Sea Hero Quest wurden in enger Zusammenarbeit mit dem University College London, der Universität von East Anglia, der gemeinnützigen Organisation Alzheimer’s Research und dem Spieleentwickler Glitchers entwickelt.

Weltweiter Erfolg

Bereits rund 1,6 Millionen Menschen haben das mobile Spiel, das erst vor wenigen Wochen weltweit eingeführt wurde, heruntergeladen. Gemeinsam kommen die Nutzer schon jetzt auf eine Spielzeit von über 30 Jahren. Dies entspricht mehr als 4.500 Jahren herkömmlicher Forschung auf dem Gebiet der Demenz. Für Forschung und Wissenschaft ist dies bereits heute ein großer Erfolg. Das Konzept für #gameforgood basiert auf der Idee, dass Menschen für einen guten Zweck spielen können.

Hintergrund

Über 47 Millionen Menschen weltweit leiden heute an Demenz. Bis 2050 wird ein Anstieg auf 135 Millionen Menschen erwartet. Für viele Demenzkranke ist der Verlust der räumlichen Orientierung das erste spürbare Symptom dieser Krankheit. Sie verlieren die Fähigkeit, sich selbst in vertrauter Umgebungen zurecht zu finden. Bei “Sea Hero Quest” werden Wissenschaftlern anonyme Spiel-Daten über das Navigationsverhalten und die räumliche Orientierung des jeweiligen Spielers zur Verfügung gestellt. Forschern in aller Welt liegen zwar Daten von Erkrankten vor, aber kaum Vergleichsdaten von gesunden Menschen. Die Analyse der anonymen Daten aller Spieler wird dazu beitragen, erstmals Normdaten für die räumliche Orientierung zu gewinnen. Diese Normdaten werden als Grundlage für die frühzeitige Diagnose einer Demenz dringend benötigt.