Cyber-Mobbing besorgt viele Familien

Verärgerte Frau sitzt vor ihrem Notebook
TNS-Emnid-Befragung: Sieben Prozent der Kinder der Befragten sind im Web schon einmal bedroht oder beschimpft worden. (Foto: © Antonioguillem/fotolia.com)

Wie TNS Emnid in einer repräsentativen Online-Umfrage im Auftrag der Computerhilfe der Deutschen Telekom herausgefunden hat, fürchten sich 44 Prozent der Eltern von 10- bis 20-jährigen Kindern und Jugendlichen vor Cyber-Mobbing. Tatsächlich schon einmal betroffen von Beleidigungen oder Bloßstellungen im Web waren sieben Prozent der Kinder der Befragten.

Bei jüngeren Eltern ist die Sorge besonders groß: 56 Prozent der Eltern unter 40 Jahren sorgen sich vor Cyber-Mobbing. Ein Viertel der befragten Eltern kennt Personen im Freundes- oder Bekanntenkreis, die schon einmal Opfer von Cyber-Mobbing geworden sind. Die Meinungsforscher 1.000 Mütter und Väter in ganz Deutschland. Das Thema der Umfrage ist auch Schwerpunkt des diesjährigen „Safer Internet Day“ am 7. Februar 2017.

Betroffene werden mehrheitlich aktiv

Cyber-Mobbing findet vor allem in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Instagram statt, berichten 72 Prozent der Eltern, die ein Mobbing-Opfer kennen. Aber auch über Messenger-Dienste wie WhatsApp wird häufig gemobbt, bestätigen 32 Prozent der Befragten. Beruhigend ist, dass sich die meisten der Betroffenen gegen die Attacken aus dem Netz wehren: 85 Prozent haben auf die Mobbing-Vorfälle reagiert. Vier von zehn Betroffenen haben die Schule oder den Arbeitgeber informiert. Etwa ein Drittel hat mit dem oder den Tätern oder deren Eltern Kontakt aufgenommen. Ebenfalls etwa ein Drittel – vor allem ältere Eltern – hat Strafanzeige gestellt. Allerdings: Nahezu jeder siebte Betroffene hat nichts unternommen.

Rund ein Drittel der Cyber-Mobbing-Opfer (31 Prozent) haben laut der Befragten nirgendwo Hilfe gefunden. Das deutet darauf hin, dass viele Eltern nicht wissen, wie sie bei Angriffen aus dem Netz reagieren sollen oder was sie bereits im Vorfeld tun können. „Eltern sollten ihre Kinder frühzeitig für die Gefahren im Internet sensibilisieren“, rät Celina Kranich, Expertin bei der Computerhilfe Plus der Deutschen Telekom. „Entscheidend ist dabei, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen und Interesse zu zeigen – auch an den digitalen Gewohnheiten. Dann lassen es Kinder eher zu, dass man zum Beispiel gemeinsam die Privatsphäre-Einstellungen bei Facebook & Co überprüft und anpasst. Und sie sind auch offener gegenüber gut gemeinten Ratschlägen.“

Telekom bietet kostenpflichtige Abwehr

Die Telekom offeriert Familien hier Unterstützung, allerdings kostenpflichtig. Das unter der Service-Nummer 0800 330 1473 erreichbare Angebot Computerhilfe Plus bietet präventive Tipps und Anleitungen zum sicheren Umgang mit Daten in sozialen Netzwerken und Messenger-Diensten. Kommt es zu Cyber-Mobbing, sorgen hier die Telekom-Experten dafür, dass Beleidigungen, üble Nachrede oder andere rufschädigende Inhalte im Internet schnell gelöscht werden. Dafür werden beispielsweise die richtigen Ansprechpartner und Kontakte recherchiert, die Vermittlung zwischen den Konfliktparteien ins Rollen gebracht, Gegendarstellungen verfasst und alle relevanten Kanäle beobachtet. Die Verträge mit 24-monatiger Laufzeit kosten zwischen 5,95 und 14,95 Euro monatlich.

Info Cyber-Mobbing
Cyber-Mobbing beinhaltet Beleidigungen und Beschimpfungen, die bewusste Bloßstellung etwa durch peinliche Fotos, sexuelle Belästigung und die Androhung von Gewalt.