„Chancen der Telemedizin konsequent nutzen“

NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens
Ministerin Barbara Steffens: Bundesweite Unterstützung der NRW-Initiative. (Foto: © Land NRW / Ralph Sondermann)

Auf der Jahreskonferenz der Gesundheitsminister der Länder hat sich NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens für eine bundesweite Strategie zum weiteren Ausbau der Digitalisierung im Gesundheitswesen ausgesprochen. Hierzu herrschte Einmütigkeit: Der Initiative schlossen sich die Gesundheitsminister der Länder einstimmig an.

„Wir müssen alle Chancen der Telematik und Telemedizin konsequent nutzen, die die Versorgung der Patientinnen und Patienten verbessern und die im Gesundheitswesen Tätigen entlastet, ohne dass dabei die notwendige menschliche Zuwendung auf der Strecke bleibt“, erklärte NRW-Ministerin Steffens. Die Diskussion um neue Telematikanwendungen werde dabei häufig zu technikorientiert geführt, führte die Ministerin aus. Das Bundesland Nordrhein-Westfalen sei Vorreiter einer konsequent nutzerorientierten Entwicklung.

Gesundheitswesen teils rückständig

Regelmäßige Strategiegespräche zwischen Bund und Ländern sollen eine deutschlandweit einheitliche Weiterentwicklung von Telematik und Telemedizin beschleunigen. Hürden, die eine verstärkte sektorübergreifende Zusammenarbeit unter anderem von Gesundheits- und Pflegeberufen erschweren, sollen identifiziert und abgebaut werden. „In manchen Bereichen befindet sich das deutsche Gesundheitswesen auf einem Stand, als gäbe es noch kein Internet“, sagte die Ministerin.

NRW sei im eHealth-Bereich führend, führte Steffens aus. Als Beispiele nannte sie Modellprojekte wie gemeinsame Fallbesprechungen via Telemedizin zwischen hochspezialisierten Medizinern an Universitätskliniken und Ärzten an Kliniken im ländlichen Raum sowie digitale Anwendungen zur Erhöhung der Arzneimitteltherapiesicherheit. Auch beim Austausch von Behandlungsdaten zwischen Krankenhäusern und Arztpraxen mittels elektronischer Fall- und Patientenakten sei Nordrhein-Westfalen bundesweit führend.

„Eine konsequente Nutzerorientierung, die Datenschutz und die Datensicherheit aber auch die Verwendung von offenen Standards berücksichtigt, ist zentrales Element aller Projekte“, betonte die Ministerin. „Ich freue mich sehr, dass alle Länder die NRW-Initiative für einen konsequenten nutzerorientierten Ausbau der Telematikinfrastruktur unter intensiver Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern unterstützen“, sagte Steffens.

Info
Nordrhein-Westfalen ist die bundesweit größte Testregion für die Einführung der Telematikinfrastruktur nach dem E-Health-Gesetz und auch das einzige Bundesland mit einem Zentrum für Telematik und Telemedizin. Aktuell stehen in NRW mehr als 20 Millionen Euro zur Förderung von Telematik-Anwendungen und Anwendungen der Telemedizin im Gesundheitswesen zur Verfügung.